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Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 7. Juni 2006
Trierischer Volksfreund, 15. Februar 2006
Rhein-Zeitung, 14. November 2006


Der Klangjäger brillierte im Kapuzinerkloster am Klavier


Menachem Har-Zahav begeisterte mit einem atemberaubenden Konzert


COCHEM. "Sound Chaser" heißt eine seiner CDs - also in etwa so viel wie "Klangjäger". Und das, was Menachem Har-Zahav im Kulturzentrum Kapuzinerkloster vorführte, war wirklich so etwas wie eine Jagd nach Klängen. Mit einem fulminanten Tonspektakel begeisterte der israelisch-amerikanische Ausnahme-Pianist sein Publikum restlos.


Dabei wirkte er fast ein wenig schüchtern, als er die Bühne betrat, sich an seinen Flügel setzte und das beinahe zweistündige Programm mit Chopins Prélude in e-moll eröffnete - und das in einer unerhörten Art. Nicht nur leichtfingrig und technisch brillant gespielt, sondern auch ohne Angst davor, Übergänge und Themenwechsel im Stück deutlich erkennbar zu machen. Klar, waren da die melancholisch verträumten Passagen zu hören. Und ebenso deutlich strich Har-Zahav die energisch kraftvollen Teile des Préludes hervor. Das Gleiche tat er dann auch mit den nächsten zwei Chopin-Stücken auf seinem Programm, mit der Polonaise in d-moll, Op. 71 Nr. 1, und einer Tarantelle in As-Dur, Op. 43. Beide "zerlegte" er quasi in ihre Einzelthemen. Allerdings - und das ist das wirklich Bemerkenswerte - ohne dabei auch nur für einen Moment das "Stück" als Ganzes zu gefährden. Denn obwohl er einzelne Themen stark betonte, musikalische Phrasen akzentuierte - auch wenn sie vielleicht nur fünf Takte lang waren - und obwohl Har-Zahav manchmal sogar einen einzigen Ton zu so etwas wie einem klanglichen Hauptdarsteller machte, brachen die Polonaise und die Tarantelle nie auseinander. Im Gegenteil: Die Stücke blieben immer einleuchtend, fast eingängig. Und vielleicht ist es gerade Har-Zahavs Bestimmtheit in der Betonung der unterschiedlichen Phrasen und Themen, mit der er die einzelnen Stücke erst richtig hörbar macht.


Im Zentrum von Har-Zahavs musikalischem Interesse stehen, so verrät es das Programmheft, die romantischen Komponisten. Es wundert also nicht, dass der mehrfach mit Stipendien und Preisen ausgezeichnete Pianist als nächstes Beethovens "Waldstein"-Sonate (Sonate in C-Dur, Op. 53) erklingen ließ.


Und während er sich in dieses Meisterwerk der Romantik vertiefte, flogen seine Finger nicht nur über die Tastatur - imposant die Sechzehntelfiguren im Bass, bei denen der Pianist die einzelnen Töne fast zu einer Klangfläche verschmelzen ließ -, sondern im kurzen zweiten Satz, der Introduzione, zeigte er auch, wie ruhig, fast fragil und melancholisch sein Flügel klingen kann. Und wie sehr er es versteht, die Spannung für das Schlussrondo der "Waldstein"-Sonate aufzubauen!

Fulminant wie in der ersten Hälfte ging es dann auch nach der Pause weiter: mit George Gershwins "Rhapsody in Blue", bei der Menachem Har-Zahav den Part eines ganzen Orchesters übernahm - ebenso wie in seiner eigenen Bearbeitung des Totentanzes von Franz Liszt, den der ungarische Komponist 1849 für Klavier und Orchester geschrieben hat. Das markante Thema dieser symphonischen Komposition ist das "Dies irae" - die Tage des Zorns also. Eine Melodie, mit der der Tod als grausam unheimliche, fast dämonische Macht auftritt. Und genau diese monströse Macht beschwor Har-Zahav in seiner facettenreichen, an die Grenzen des solistisch Machbaren reichenden Interpretation des Totentanzes.


Verständlich also, dass sich das Publikum für diese Leistung mit enthusiastischem Applaus bedankte und den Pianisten dabei noch zu zwei Zugaben auf die Bühne holte. Am Ende stand dann auch der eine oder andere Zuhörer an Menachem Har-Zahavs CD und griff zu. Mit Recht, handelt es sich bei ihm doch um einen wirklich sehr außergewöhnlichen Pianisten.    Martin Mandler

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de