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Lüdenscheider Nachrichten,  12. Juli 2010

 

 

Fränkische Nachrichten, 27. Juli 2010

Poesie und donnernde Klanggewitter wechselten sich ab

Im Barocksaal der Wertheimer Hofhaltung gab es Klaviermusik der Romantik auf eine im wahrsten Wortsinn "kulinarische" Darbietung zu erleben. Menachem Har-Zahav, israelisch-amerikanischer Pianist, verzauberte die Zuhörer mit seinem Programm, das er Werken von Chopin und Liszt widmete.  Veranstaltet hat diesen Sonntagnachmittag das Weston-Musikmanagement.

 

Man hatte nie den Eindruck, dass musikalische Technik oder Schwierigkeitsgrade irgend eine Rolle für den Pianisten spielen. Er hat beides einfach verinnerlicht und gibt die Stücke mit einer lässigen Leichtigkeit und intuitiver unverwechselbarer Musikalität wieder, dass selbst oft gespielte Werke wie "neu", wie aus einer ganz anderen Perspektive wirken. Mal unendlich poetisch, mal wie ein donnerndes Klanggewitter. Er ist kein Mann der großen Gesten.

 

Er setzt sich an den Flügel und lässt seine Finger auf den Tasten tanzen oder rasen. Atemberaubend, wie er im Bass im Sechzehntel-Takt die Töne so schnell rollen lässt, dass es sich fast fließend wie ohne Übergänge anhört.

 

Chopin ist schier ein Teil des Pianisten selbst: "Valse" in e-moll oder "nocturne" in cis-moll, wie Har-Zahav sie spielt, gleichen einer Hommage an den großen Komponisten. Dann kommen Frderic Chopins Etüden in Ges-, As- und c-moll . Etüden? Es sind funkelnde Kleinode, wie Har-Zahav sie zelebriert, kein Übungsmaterial für überforderte Klavier-Studenten.

 

Fast wie ein impressionistisches Gemälde zerlegt, dramatisiert und pointiert Har-Zahav leichthändig die Ballade Nr. 2 in h-moll von Franz Liszt. Mal wundervoll getragen mal donnernd voller Naturgewalt, hört sich "La Campanella" des ungarischen Komponisten an. "Nuages gris" oder auch "Sinistre" zeigen eine andere Seite Liszts: Unheimlich, fast dämonisch.

 

Har Zahav zeigte sein facettenreiches Können, ging während der zwei Stunden seines Konzerts scheinbar mühelos an die Grenzen des solistisch Machbaren. Menach Har Zav erhielt bereits in jungen Jahren in den USA viele Stipendien wegen seines außergewöhnlichen Talents. Sein Können wurde mit internationalen Preisen belohnt.

 

Seine Leidenschaft gilt den Werken romantischer Komponisten. In zahlreichen Konzertkritiken wird sein Spiel wegen seiner musikalischen Aussagekraft und seiner als "ans Wahnwitzige reichende Technik" gelobt. In Wertheim gastierte er zuletzt im November 2009. Auch an diesem Nachmittag konnten sich die Zuhörer in Wertheim von seiner Kunst überzeugen. sto

 

 

 

Westfälische Rundschau, 11. Juli 2010

 

Streifzug durch Chopins Werk

 

Lüdenscheid. Mit seinem berühmten Ausspruch: „Das Klavier ist mein zweites Ich!“, untermauerte der polnische Komponist Frédéric Chopin, am 1. März 1810 in Zelazowa-Wola bei Warschau geboren, einst seine Ausnahmestellung in der Riege der großen Romantiker.

 

Er besaß - als Pianist - eine allenfalls mit dem Teufelsgeiger Paganini vergleichbare Virtuosität. Hinzu gesellte sich ein Ausdrucksreichtum, der seinesgleichen sucht. Schon seine Etüden - Übungs- bzw. Charakterstücke - sind in ihrer Konzentration an spieltechnischen Höchstschwierigkeiten längst keine Etüden im eigentlichen Sinne mehr.

 

Mit seiner berauschenden „Hommage an Chopin“ versetzte der israelisch-amerikanische Konzertpianist Menachem Har-Zahav, nach mehrjähriger Dozententätigkeit in den USA heute in Deutschland zu Hause, sein Publikum am Freitagabend im Roten Saal des Kulturhauses in Entzücken.

 

Zum 200. Geburtstag des scheuen, feinsinnigen Komponisten, der die Intimität des Salons dem Konzertpodium vorzog, begeisterte der Virtuose mit einem geistreichen, inspirierten Streifzug durch Chopins Werk. Vom Walzer in e-moll mit drängender Crescendo-Einleitung und federnd leichtem Hauptthema, posthum veröffentlicht, bis hin zur großen Sonate spannte Menachem Har-Zahav den Bogen im voll besetzten Saal.

 

Stehend applaudierten die begeisterten Zuhörer dem begnadeten Chopin-Interpreten, der in den Zugaben - Liszt’schen Etüden (u.a. La Campanella) - bereits einen Vorgeschmack auf sein nächstes geplantes Gastspiel in Lüdenscheid gab. Angedacht ist, dass er 2011 (200. Geburtstag Liszts) mit einem Liszt-Programm ins Kulturhaus wiederkehrt.

 

Ein düsteres, tieftrauriges Tongemälde entwarf der Pianist im Nocturne in cis-moll, op. 27 Nr. 1, das als Meisterwerk der Gattung gilt.  Schmerz, Erregung und Pathos erfasste er in seinem ausdrucksstarken, ergreifenden Spiel. Wie fantasievoll und ideenreich Chopin den festlichen Tanzrhythmus der Polonaise zu variieren wusste, entdeckte Har-Zahav seinen Zuhörern mit den Polonaisen in cis- und d-moll. Mit den Etüden, die ohne vergleichbares Vorbild in der Musikgeschichte sind, betrat er Chopins ureigenstes Experimentierfeld. Wunderschön hielt er bei den spieltechnisch enorm schwierigen Stücken zwischen Virtuosität und Musikalität die Balance.  Mit der Sonate Nr. 2 in b-moll op. 35, deren Trauermarsch äußerst populär geworden ist, huldigte Menachem Har-Zahav überdies der großen Form.  Monika Salzmann

 

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de