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Bocholter-Borkener Volksblatt, 05.06.2012

 

 

 

 

Westfälischer Anzeiger, 07.05.2012

 

 

 

 

 

Rheinische Post, 08.05.2012

 

Von Polonaise bis Tarantella

MOERS (prs) Die Klavierabende des Pianisten Menachem Har-Zahav sind für die Musikfreunde der Region inzwischen fast schon zur Tradition geworden. Seit einigen Jahren gastiert der israelisch-amerikanische Musiker immer wieder im Martinstift und lässt sich trotz dürftiger Besucherzahlen nicht entmutigen. Auch beim diesjährigen Konzert war die Resonanz wieder bescheiden - und das trotz des besonders attraktiven Programms. Nach seinen Hommages an Liszt und an Chopin in den vergangenen Konzerten präsentierte Menachem Har-Zahav diesmal eine Auswahl aus Werken romantischer Komponisten: Alkan, Gottschalk, Moszkowski, Rubinstein, Tausig. und Mendelssohn, dessen Fantasie fis-Moll op. 28 einen Höhepunkt im Programm bildete.

Tänzerische Musik wie Polonaise und Tarantella stand neben Nocturnes, die zum Träumen einluden. Louis Moreau Gottschalks "Souvenir de Porto Rico" zauberte in der zweiten Konzerthälfte sogar ein bisschen karibisches Flair in den Kammermusiksaal. Der 1967 in Israel geborene Menachem Har-Zahav kann auf eine beachtliche Laufbahn zurückblicken. Mit vier Jahren erhielt er ersten Klavierunterricht, mit sieben gab er sein erstes öffentliches Konzert, mit 16 spielte er Gershwins "Rhapsody in blue" mit Orchesterbegleitung. Seine Ausbildung erhielt er in den USA und England. An der University of Arkansas hatte er die Leitung der Klavierfakultät inne, bevor er sich entschied, "seinem Herzen zu folgen und sich aufs Konzertieren zu konzentrieren". Seit seiner Übersiedlung nach Deutschland widmet sich Har-Zahav, der inzwischen als sechsfacher Familienvater in Velbert lebt, nun seiner Pianistenkarriere. Seine zahlreichen Gastspiele führen ihn nicht nur auf kleinere Bühnen, sondern auch in renommierte Säle wie die Tonhalle Düsseldorf, in den Gasteig München, die Laeiszhalle Hamburg und das Beethovenhaus Bonn.

Dass es ihm in Moers dennoch bisher nicht gelungen ist, ein größeres Publikum anzusprechen, ist nur schwer nachvollziehbar. Die Zuhörer des romantischen Klavierabends jedenfalls durften sich über einen mit authentischer Hingabe und technischer Souveränität dargebotenen Vortrag im Zeichen der "blauen Blume" freuen. Menachem Har-Zahav spielte absolut unprätentiös und mit effektvoller Gestaltung, verband zarte Klänge und donnernde, manchmal etwas pedallastige Passagen zu hochromantischen Stimmungsbildern. Das Publikum lauschte konzentriert und gebannt, hielt erschrocken den Atem an, als der Pianist einmal mitten im pianistischen Fluss strandete und applaudierte anerkennend und herzlich, wo im Programmheft die entsprechenden Anweisungen vorgegeben waren. Man darf gespannt sein, was Menachem Har-Zahav im nächsten Jahr spielen wird.

 

 

  

Lüdenscheider Nachrichten, 30.04.2012

  

Pianist Menachem Har-Zahav begeistert

LÜDENSCHEID ▪ Mit einem außergewöhnlichen Programm glänzte der jüdische Pianist Menachem Har-Zahav im Kulturhaus. Verlegt in einen kleinen Saal, weil zunächst nicht so viele Karten verkauft worden waren, mussten dann doch Stühle nachgestellt werden.

 

Har-Zahav stellte sich als perfekter, romantischer Klaviervirtuose vor und präsentierte Werke ausgesuchter, teilweise wenig bekannter Komponisten. Seine kontrollierte Spieltechnik, die bei der dargebotenen, anspruchsvollen Klavierliteratur stets ein wenig Distanz erforderte sowie die Tatsache, dass Har-Zahav von der ersten bis zur letzten Note des zweistündigen Konzertes auswendig spielte, beeindruckte die Zuhörer.

 

Alle Werke hatten zweierlei gemeinsam: Sie stammen aus der Feder jüdischer Komponisten und erfordern große technische Brillanz. Etüden von Moritz Moszkowski waren dabei, ein Nocturne von Charles-Valentin Alkan, eine Barcarole von Anton Rubinstein, von Louis Moreau Gottschalk ein Souvenir aus Porto Rico, Carl Tausig empfahl er mit einem Impromptu und von Felix Mendelssohn-Bartholdy brachte er ein Scherzo Capriccioso zu Gehör – ein ausgesprochen eigensinniges und launisch-flatterhaftes Werk.

 

Unter seinen Zuhörern waren etliche Kinder und Jugendliche, die zu seinem Konzert freien Eintritt hatten, denn Har-Zahav möchte der jungen Generation vermitteln, wie spannend Werke alter Meister sein können. Sanft wiegende Klänge, hingehauchte Begleittöne, donnernde Akkorde, verträumte Melodien, rustikale Rhythmen und tosende Läufe – Har-Zahav entfachte ein romantisches Feuerwerk, bildete Sinneinheiten schon im Programm und gab in diesem Applausempfehlungen, um die innere Einheit mehrerer Werke zu erhalten.

 

Das Publikum hielt sich daran und applaudierte dann umso kräftiger. Begeisterte Pfiffe und Zurufe nach einer ebenso kraftvoll wie virtuos präsentierten Fantasie von Mendelsohn-Bartholdy. Ein Stück, mit dem Har-Zahav den Flügel im Kulturhaus hörbar an die Grenzen der Mechanik brachte, wie ein leichtes Scheppern nach ungestümen Läufen und wuchtigen Akkorden verriet. Die begeisterten Zuhörer applaudierten mehrfach und forderten eine Zugabe ein. Die kam in Form eines Spanischen Tanzes von Moszkowski.

 

Har-Zahav ist ein international bekannter Künstler. In Tel Aviv geboren, wuchs er in den USA auf. Er erhielt ab dem vierten Lebensjahr Klavierunterricht, gab mit sieben Jahren sein erstes öffentliches Konzert. Es folgten Studium und Dozententätigkeit als Musikprofessor in Arkansas, bis er seinem Herzen folgte und fortan konzertierte. Har-Zahav lebt inzwischen in Velbert in Deutschland und gibt jährlich etwa 70 Konzerte im In- und Ausland. - maya

 

 

 

Westfalen Post, 30.04.2012

 

Konzert

Miniaturen von Romantik bis Ragtime

Felix Mendelssohn-Bartholdy – einst hoch geschätzt, dann diffamiert – zählt heute zu den herausragenden Vertretern der Romantik. Anton Rubinstein wies Komponisten wie Tschaikowski oder Rachmaninoff den Weg. Charles Valentin Alkan und Moritz Moszkowski gerieten in Vergessenheit. Alle hatten jüdische Wurzeln.

 

Mit Miniaturen bekannter und längst vergessener jüdischer Komponisten verzauberte der israelisch-amerikanische Konzertpianist Menachem Har-Zahav am Freitagabend im Violetten Saal des Kulturhauses sein Publikum. Vor voll besetzten Rängen knüpfte der heute in Velbert lebende Musiker, Spezialist für die Romantik, an die Erfolge seiner früheren Konzerte vor Ort an.

 

Aus der Feder von Alkan, Louis Moreau Gottschalk, Mendelssohn, Moszkowski, Rubinstein und Carl Tausig stammten die Etüden, Polonaisen, Fantasien und kleinen Werke, mit denen er in die Zeit des Virtuosentums zurückkehrte. Mendelssohns Fantasie in fis-Moll Op. 28 (Sonate écossaise), die vermutlich aus einem schottischen Volkslied hervorgegangen ist, war im Reigen der kleinen, spieltechnisch enorm anspruchsvollen Preziosen das „opulenteste“ Werk.

 

Perlendes Spiel zelebrierte Har-Zahav, der rund 70 Konzerte im Jahr spielt, bei der meisterhaften Interpretation des dreisätzigen Werkes mit druckvollem, brillantem Finalsatz in Vollkommenheit. Mit Etüden des aus Breslau stammenden Moszkowski, dessen Werke einst als Salonmusik geschätzt waren, spielte sich der Pianist gleichsam „warm“. Hohen Ansprüchen eines Virtuosen wurden die spieltechnisch anspruchsvollen „Übungsstücke“ in heller und dunkler Färbung mehr als gerecht.

 

Gefühlvolle Note

 

Auch die Zugabe, ein „Spanischer Tanz“ voller Feuer und Esprit, stammte aus der Feder Moszkowskis, dessen Stern in Paris – wo er erfolglos bis zu seinem Tod lebte – sank. Zur Entdeckung gerieten die von Har-Zahav ausgegrabenen und stimmig zu einem leuchtend farbigen Melodienreigen zusammengefügten Werke des romantischen Programms. Eine gefühlvolle, verträumte Note brachte Alkans Nocturne Nr. 1 in H-Dur Op. 22 in den Abend ein. Bei Gottschalk, der aus New Orleans stammte und in Rio de Janeiro starb, kündigte sich der Ragtime an. U. a. mit einem spritzigen „Souvenir de Porto Rico Op. 31“ huldigte Har-Zahav dem Amerikaner. Zum Brillieren in schillernden Farben eröffneten ihm gleichfalls die Werke von Anton Rubinstein, dessen „Vierte Barcarolle“ zur Aufführung kam, und Carl Tausig – früh verstorben – reichlich Gelegenheit.

 

 

 

Weser-Kurier, 24.04.2012

 

Israelisch-amerikanischer Pianist bestach mit einem Konzert auf Gut Sandbeck

Selten gehörte romantische Klaviermusik

Von Peter Otto

Osterholz-Scharmbeck. Ein Programm mit romantischer Klaviermusik von hierzulande weitgehend unbekannten Komponisten des 19. Jahrhunderts hatte der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav zusammengestellt, als er auf Gut Sandbeck ein Konzert gab. Außer Felix Mendelssohn Bartholdy und Anton Rubinstein waren Charles-Valentin Alkan, Louis Moreau Gottschalk, Moritz Moszkowski und Carl Tausig vertreten. Jüdische Komponisten, deren Werke heute nur selten gespielt werden. Har-Zahav hat sie auf seiner CD zu einer abwechslungsreichen Folge vereint. In dieser Zusammenstellung bot er das Programm mit Verve und technischer Perfektion.

 

Von Moritz Moszkowski (1854 bis 1925), einem der bekanntesten Vertreter der Salonmusik im ausgehenden 19. Jahrhundert, spielte er drei der bekanntesten Etüden, die mit verhältnismäßig leichten Bewegungen originelle Klangwirkungen erzielen. Die Stücke sind von unaufdringlicher Eleganz. Sie erfordern einen subtilen Spielwitz, den Har-Zahav mit präzisem Anschlag und punktgenauen Akzenten hervorbrachte. Die unüberschaubaren Harmoniefolgen und verschiedenen Metren meisterte er mit technischer Raffinesse. Sehr schön auch eine grazil-leichtfüßige Polonaise von Moszkowski sowie ein poetisch versonnenes Nocturne von Charles-Valentin Alkan (1813 bis 1888).

 

Im Mittelpunkt des ersten Konzertteils stand die "schottische Sonate", eine Fantasie in fis-Moll, von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847). Die originelle Themenvielfalt in klassischer Klangsprache erinnert an Mendelssohns schottische Sinfonie, für die diese virtuose Fantasie 1833 der Vorentwurf war. Sie besitzt einen filigran durchsichtigen Tonfall, deren vielfältig differenziertes Licht-Schattenspiel wirkungsvoll zu einer expressiven Spannung aufgebaut ist. Melancholischer Tonzauber wechselt mit perkussiven Läufen und peitschenden Pizzicati. Har-Zahav formulierte die Melodielinien mit ausdrucksstarkem Gestus. Drei südliche Tanzformen, bildhafte Assoziationen, wie sie in der Romantik beliebt waren, beendeten den ersten Teil: eine schaukelnde Barcarole von Anton Rubinstein (1829 bis 1894), eine behäbig hin und her walzende Gondoliera von Moszkowski und eine springlebendige Tarantella des Liszt-Schülers Carl Tausig (1841 bis 1871).

 

Ein in die Moderne und den Jazz weisendes Stück war "Souvenir de Porto Rico" von Louis Moreau Gottschalk (1829 bis 1869), einem US-amerikanischen Pianisten und Komponisten, der in seiner gehobenen Salonmusik frühe Formen der afroamerikanischen Tanzmusik verwandte. Mit seinen harmonischen Klangpatches, in raffinierte Synkopen verpackt, sind sie ein klingendes Kleinod der Klavierliteratur. Seine Virtuosität entfaltete der Pianist im Wechsel kleiner Stücke wie einem klar fließenden Reverie von Rubinstein und einem augenzwinkernden Scherzo und koboldhaften Capriccio von Mendelssohn. Das Klavierkonzert endete mit munter erzählenden Melodien von Gottschalk, mondäner Salonmusik von Tausig und noch einem kontrastreichen Stück von Mendelssohn, das sich fast in Heine'scher Manier von einem anmutigen Gesang zu einem geschäftigen Presto steigert und damit eine heile Illusion in ihrer sentimentalen Träumerei erschüttert.

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de