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Fränkische Nachrichten, 27.03.2012


Konzert: Berühmter Pianist Menachem Har-Zahav begeisterte

Romantisches und kraftvolles Spiel fesselte

Von unserem Mitarbeiter Rainer Lange

Wertheim. Werke romantischer Komponisten spielte am Sonntagabend der weltberühmte israelisch-amerikanische Konzertpianist Menachem Har-Zahav im Barocksaal des Wertheimer Rathauses vor einem begeisterten Publikum.

 

Der 1967 in Tel Aviv geborene Virtuose bekam seinen ersten Klavierunterricht im Alter von vier Jahren. Mit der Zeit wurden die Werke romantischer Komponisten zum Mittelpunkt seiner Arbeit. So kam das Wertheimer Publikum in den Genuss, von den ausgereiften Früchten eines intensiven jahrzehntelangen Studiums profitieren zu können.

 

Spannende Kompositionen

 

Kinder und Jugendliche hatten bei dem Konzertabend freien Eintritt. Denn Menachem Har-Zahav liegt nach eigenem Bekunden viel daran, den Nachwuchs für klassische Musik zu begeistern und zu zeigen, "dass Komponisten durch die musikalischen Epochen hinweg spannende Musik geschrieben haben, die auch heute noch mitreißt".

 

Mitreißend spielte der Pianist ab der ersten chromatischen Tonleiter der drei Etüden von Moritz Moszkowski (1854 bis 1925), die den Auftakt des nahezu zweistündigen Konzerts bildeten. Nur wenige Sekunden Pause ließ er zwischen den Werken. Um den Spannungsbogen zwischen thematisch ähnlichen Stücken nicht abreißen zu lassen, waren Applausempfehlungen im Programm vermerkt, die das Publikum folgsam einhielt.

 

Nach den eher technisch und durch effektvolle Virtuosität geprägten Etüden kontrastierte das stimmungsvolle "Nocturne Nr.1" des französischen Komponisten Charles-Valentin Alkan (1813 bis 1888) durch weiche Crescendi und sanft wiegende Klänge.

 

Die "Fantasie fis-moll" von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) enthielt in den drei Sätzen alles, was romantische Klaviermusik kennzeichnet: gemütvolle Stimmungsbilder, wiegende Bewegung, aber auch kraftvolle virtuose Elemente, die den Steinway-Flügel des Barocksaals bis an die Grenze der Mechanik und des Klangvolumens forderte, wie zu Bachs Zeiten die großen Toccaten für die Tutti-Registrierung von Kathedral-Orgeln.

 

In Werken von Anton Rubinstein (1829 bis 1894), Louis Moreau Gottschalk (1829 bis 1869) und Carl Tausig (1841 bis 1871) zeigte Menachem Har-Zahav viele Details der Kompositionen auf, die von leise hingetupften Begleitrhythmen über abwechslungsreiche Variationen immer wieder bis zu mächtigen donnernden Akkordsalven steigerten.

 

Gottschalks "Souvenir de Porto Rico" enthielt raffinierte, rhythmisch geprägte Sequenzen, die Jazzkomponisten des nächsten Jahrhunderts alle Ehre gemacht hätten.

Ruhiger Kontrast

Wohltuender ruhiger Kontrast war die wiegende "Rêverie A-Dur" des polnischen Musikpädagogen Carl Tausig vor dem wiederum mächtigen und effektvollen Abschluss mit dem "Andante cantabile e Presto agitato in H-Dur" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

 

Mit einer ebenso klangvollen und prägnant gespielten Zugabe verabschiedete sich Menachem Har-Zahav von seinem tief beeindruckten Publikum, zu dem auch etliche aufmerksam lauschende und fasziniert beobachtende Kinder gehört hatten.

 

 

 

Aachener Zeitung, 21.03.2012

Akustik der Kapelle lockt den Meister an

Klavierkonzert von Menachem Har-Zahav

Von Jana Scholz Jülich. Romantische Klavierklänge erfüllten die Schlosskapelle der Zitadelle. Der amerikanische Meisterpianist mit israelischen Wurzeln, Menachem Har-Zahav, präsentierte sein Konzertprogramm mit Stücken von Felix Mendelsohn, Anton Rubinstein und anderen romantischen Komponisten.

 

Es war bereits Har-Zahavs viertes Konzert in Jülich. Kein Wunder, bei der beeindruckenden Kulisse. Die Kapelle hat eine tolle Akustik, schwärmte der international bekannte Pianist. Die Resonanz der Besucher war durchgehend positiv. Die Interpretation der Stücke führte zu Faszination im Publikum. Er spielte hinreißend, sagte ein Zuschauer nach dem Konzert begeistert. Besonders die Rhythmik und Emotion der vorgetragenen Stücke wurde gelobt. Die Wahl der qualitativ hochwertigen Vorträge resultierte in einem ansprechenden und abwechslungsreichen Konzertabend. Die Mischung der vorgetragenen Komponisten erwies sich dabei als besonders gelungen. Zurecht war der Applaus am Ende des Konzerts beachtlich. Unter den vorgetragenen Stücken waren unter anderem die dreisätzige Fantasie, Op. 28 von Mendelssohn und Vierte Barcarolle von Rubinstein, sowie weitere Werke von Alkan, Moszkowski, Tausig und Gottschalk. ...

 

Die Interpretation romantischer Stücke stellt den Mittelpunkt seiner Arbeit dar. Jugendliche und Kinder sind bei Har-Zahav s Konzerten besonders willkommen. Für den Pianisten ist es von großer Bedeutung, diesen eine Gelegenheit zu bieten, klassische Musik mitreißend zu erleben. Dass ihm dies hervorragend gelang, zeigte die Reaktion der im Vergleich zahlreich erschienenen jugendlichen Besuchern. Mit großer Begeisterung lauschten sie den Klängen des Klaviers. Es ist sehr beeindruckend, wie schnell er die Tasten trifft, befand der 14- jährige Klassikfan Korbian Krüger, unglaublich, dass er das alles auswendig kann. ...

 

 

 

Markt vor Ort, Ahrensburg, 21.03.2012

 

Im Klangrausch romantischer Musik

Menachem Har-Zahav spielte im Eduard-Söring-Saal

Ahrensburg (ann) Es wurde kein Klavierkonzert schlechthin: Was Menachem Har-Zahav bei seinem Ahrensburger Gastspiel auf dem Flügel des Eduard-Söring-Saales vollführte, das stößt schon an Grenzen der Klavierspielkunst überhaupt.  Ermöglicht haben ihm diese Kunst ausschließlich hochkarätige Klavierwerke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts. 

 

Wie ein entfesselter Sturm fegte der Ausnahme-Pianist über die schwarz-weißen Tasten des Instruments und entlockt dem Flügel damit kaum erwartete Klänge, die teilweise wie aus einer anderen Welt stammen.  Er spielte so souverän, dass man hin und wieder den Eindruck gewann, als würde er nicht mit zwei, sondern eher mit mehreren Händen agieren.  So erlebte die leider nicht gerade zahlreiche Hörerschar dieses Gastspiel wie in einem Klangrausch.  Was auch immer der Künstler intonierte (Moritz Moszkowski, Felix Mendelssohn, Anton Rubinstein, Carl Tausig oder nach der Pause auch Louis Moreau Gottschalk) – die Zuhörer konnten und wollten sich dem fulminanten Feuerwerk romantischer Klavierliteratur nicht entziehen. Was sie schließlich mit vehementem Applaus zum Ausdruck brachten.  Sie gerieten einfach in den Sog jener Klangwelt der von Menachem Har-Zahav der Vergessenheit entrissenen Stücke.

 

 

Rheinische Post, 28.02.2012

Ein besonderer Konzertabend

Pianist Menachem Har-Zahav trat im Forum des Straelener Gymnasiums auf. Vor einem kleinen Publikum bewies er mit seinem Spiel die Vielfältigkeit jüdischer Komponisten.

Von Julia Blumenkemper

Straelen.  Vergleichsweise leer erschien das Forum des Straelener Gymnasiums. Nur etwa 35 Zuhörer hatten sich eingefunden, um das Konzert des Pianisten Menachem Har-Zahav zu erleben. Auch der besondere Anreiz für Jugendliche, keinen Eintritt zahlen zu müssen, hatte nicht den gewünschten Erfolg. Trotzdem, oder gerade aufgrund der beschaulichen Größe des Publikums, konnten die Zuhörer dem Musiker umso näher sein und die magische Stimmung des Konzertes genießen.

Es umfasste ausschließlich Werke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts, wie Mendelssohn und Rubinstein. Einige der unbekannteren Stücke wählte Har-Zahav bewusst aus, um sie den Zuhörern näher zu bringen. Begleitet von großem Applaus betrat der Musiker die Bühne. Beim ersten Stück von Moritz Moszkowski stellte der israelisch-amerikanische Pianist direkt sein Können unter Beweis und brillierte an teilweise extrem hohen Stellen. Seine Hände glitten über die Tasten und begeisterten die Zuhörer mit einem beeindruckendem Finale, während sich sein Mund die ganze Zeit über passend zur Musik bewegte.

Der zweite Teil mit zwei Stücken von Charles-Valentin Alkan und Moritz Moszkowski zeigte als komplettes Gegenteil zum Anfangsstück die große Vielfalt des Konzertes. Durch die unterschiedlichen Einflüsse der Komponisten, die aus verschiedenen Ländern stammten, überzeugen ihre Werke mit einer großen Spannbreite an Klängen und Melodien. So war der zweite Teil im Vergleich zum ersten sehr ruhig und langsam, was sich auch in den Bewegungen und der Mimik des Pianisten spiegelte. Einige der Zuhörer genossen diese teilweise romantischen Klänge mit geschlossenen Augen.

Den dritten Teil bildete eine Sonate von Felix Mendelssohn als bekanntestem Komponisten. Zunächst noch unscheinbar und zurückhaltend, steigerte sich das Stück immer wieder in gewaltige Klänge. Besonders bei diesen kurzen Ausbrüchen wurde deutlich, wie gut Har-Zahav sein Instrument beherrscht und bei jedem kleinsten Ton genau weiß, was er tat, was nicht nur eindrucksvoll anzuhören, sondern auch anzusehen war.

Für das Klangerlebnis gab es Applaus der Zuhörer, dessen Länge mit der Dauer des Konzerts zunahm.

 

 

 

NRZ, 27. Februar 2012

 

Zwischen Virtuosität und Gefühl

Menachem Har-Zahav spielte im Ledigenheim Werke jüdischstämmiger Komponisten des 19. Jahrhunderts.

 

Fingerübungen gibt’s vorab. Menachem Har-Zahav beginnt sein Konzert am Freitagabend im Ledigenheim Lohberg mit drei Etüden von Moritz Moszkowski. Geläufigkeitsübungen für die rechte Hand mit melodischen Akkorden in der linken, tauschen, noch mal tauschen, das nächste Stück in Moll. Die Übungsstücke sind selbstverständlich nicht für den Meisterpianisten, sondern für die Zuschauer gedacht. Schließlich warten auf sie eineinhalb Stunden pures Klaviervirtuosentum des 19. Jahrhunderts. Und dafür ist es eine gute Einstimmung, seine Ohren an das Handwerkliche dieser Epoche zu gewöhnen, bevor es einem bei den Presti von Mendelssohn völlig schwindelig wird.

 

Aber das Programm mit Moritz Moszkowski zu beginnen, hatte noch eine weitere, menschliche Bedeutung. Nach seinen Chopin- und Liszt-Abenden gastierte Har-Zahav nun mit einem Programm im Ledigenheim, auf dem ausschließlich Komponisten jüdischer Herkunft standen.

Dass die meisten von ihnen heute kaum noch bekannt sind, ist auch ein Resultat gesellschaftlicher Ressentiments und offener Diskriminierungen. Um so wichtiger, dass der israelisch-amerikanische Komponist ihnen und ihrer Kunst Gehör verschafft.

 

Zumal es viel zu entdecken gab. Zum Beispiel in der Neuen Welt. Louis Moreau Gottschalk, geboren 1829 in New Orleans, gestorben 1869 in Rio de Janeiro. Dazwischen ein Leben am Limit, der Mann reiste in den USA mit eigenem Sonderzug und bearbeitete den „Tannhäuser“-Marsch für 14 Klaviere – gleichzeitig! Was ein wenig seine wahre Bedeutung für die Musik verdeckt. Menachem Har-Zahav schlägt mit der linken Hand geradezu düstere Akkorde in synkopischem Rhythmus an. Was sich nun in den nächsten Minuten als „Souvenir de Porto Rico“ op. 31 entwickelt, ist eine faszinierende Mixtur aus Klassik und Latin, die mit hypnotischer Sicherheit an Fahrt gewinnt und im Ragtime endet. 150 Jahre alter amerikanischer Proto-Jazz, im Ledigenheim ein echtes Hörerlebnis.

 

Latin-Rhythmen in Amerika, mediterrane Folklore in Europa. Der polnische Komponist Carl Tausig (1841-1871) macht aus der Tarantella einen heißen Hexentanz, den Breslauer Moszowski (1854-1925) und den Deutschrussen Anton Rubinstein (1829-1894) haben es venezianische Gondellieder angetan. Letzterer litt, so zitiert es das Programmheft, besonders darunter, wegen seiner Herkunft nirgendwo richtig dazu zu gehören. Klingt deshalb die Rêverie op. 8, die „Träumerei“ aus den Voix Intérieures, den „Inneren Stimmen“, so wenig verträumt und aufgewühlt?

 

Ohne falsche Sentimentalität

 

Das Publikum erlebt Menachem Har-Zahav einmal mehr als perfekten romantischen Virtuosen. Mit Frack und schulterlangen Haaren, hochkonzentriert, technisch brillant, ausdrucksstark, sensibel ohne falsche Sentimentalität.

 

Von Charles Valentin Alkans Nocturne, das deutlich von dessen Freund Chopin beeinflusst ist, bis zum wild umherwirbelnden „Spanischen Tanz“ von Moszkowski als erste Zugabe spielt Har-Zahav auswendig und ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken. Seine Lippen bewegen sich erst im Rhythmus, als Felix Mendelssohn auf dem Programm steht: Fantasie in fis-moll, Op. 28, ein Stück, das vollendet auf der Klaviatur romantischer Empfindung und technischer Virtuosität spielt. Da kann keiner der anderen Komponisten des Abends heranreichen.

 

Nichtsdestotrotz war auch Mendelssohn Zeit seines Lebens und darüber hinaus antisemitischer Herabsetzungen ausgesetzt. Und so klang neben der wundervollen Musik des Abends auch die menschliche, politische Botschaft nach. Das Publikum dankte Menachem Har-Zahav auf seine Weise: Es verlangte ihm mit Paganinis „Campanella“ in der Bearbeitung von Franz Liszt eine zweite hinreißende Zugabe ab.

Bettina Schack

 

 

Rheinische Post, 27.02.2012

 

Jüdische Klänge am Klavier

"Sein rasendes Spiel macht mich schaudern"

Der israelisch-amerikanische Konzertpianist Menachem Har-Zahav begeisterte sein Publikum im Lohberger Ledigenheim mit virtuos gespielten Stücken jüdischer Komponisten aus dem 19. Jahrhundert von Felix Mendelssohn bis hin zu Carl Tausig.

 

Von Florian Langhoff

 

Dinslaken.  Völlig in die Musik versunken sitzt Menachem Har-Zahav am Flügel auf der Bühne im Ledigenheim. Auf dem Kopf trägt er eine Kippa, die traditionelle, jüdische Kopfbedeckung. Sein Oberkörper ist leicht über die Tasten des Instrumentes gebeugt und bewegt sich im Rhythmus der Klänge vor und zurück. Seine Augen sind auf die Tasten fixiert, und seine Lippen bewegen sich immer, wenn in seinem Spiel eine Betonung kommt. Die Klänge scheinen durch den Körper des Pianisten ins Instrument zu fließen.

 

Es ist ein besonderes Konzertprogramm, das sich Har-Zahav ausgedacht hat. Es fokussiert sich ganz auf die Klänge jüdischer Komponisten aus dem 19. Jahrhundert. Da darf Felix Mendelssohn nicht fehlen. Die Fantasie in fis-Moll (Sonate écossaise) des deutschen Komponisten und Pianisten zaubert Har-Zahav aufs Instrument. Romantische Melodien wechseln sich ab mit schnellen Läufen über die gesamte Breite der Tastatur.

 

Doch es gibt immer noch eine Steigerung in Sachen Virtuosität. Diese kommt, als Menachem Har-Zahav das Stück "Introduction und Tarantella, Opus 2" des polnischen Pianisten Carl Tausig anstimmt. Nicht umsonst galt Tausig als wahrer Erbe von Franz Liszt. "Sein rasendes Klavierspiel macht mich schaudern", schrieb Richard Wagner einst über den jungen Mann, der bereits im Alter von 29 Jahren an Typhus starb. Diesem Ruf trägt auch die Darbietung von Har-Zahav Rechnung. Über den Tasten des Klaviers sind die Hände des Konzertpianisten nur noch als Schemen wahrnehmbar, während eine wahre Flut von Tönen das Publikum bis zum verdienten Applaus mitreißt.

 

Aber nicht nur virtuose Klänge in Höchstgeschwindigkeit hat Menachem Har-Zahav anzubieten. Es erklingen teilweise langsame, fast melancholisch anmutende Melodien. Bei der "Nocturne Nr.1 in H-Dur" des französischen Pianisten Charles Valentin Alkan klingt der Flügel fast zerbrechlich leise durch den Saal. In gebannter Stille lauschen die Zuschauer den leisen Tönen. Als kleinen Kontrast zum romantischen Grundthema gibt es das Stück "Souvenir de Porto Rico" des Amerikaners Louis Moreau Gottschalk zu hören. Neben dunklen Tönen im Intro gibt es hier Klänge zu hören, die an Jazz erinnern, da Gottschalk früher Formen der afroamerikanischen Tanzmusik in seine Stücke mit einfließen ließ.

 

Am Ende gibt es für das abwechslungsreiche und virtuos vorgetragene Programm langanhaltenden Applaus. Menachem Har-Zahav legt mit dem "Spanischen Tanz" von Moritz Moszkowski und dem Stück "La Campanella" von Franz Liszt noch zwei Zugaben nach, von denen besonders die Letzte noch einmal das ganze Können des Musikers am Instrument unter Beweis stellt und ihm erneut ausdauernden Beifall einträgt.

 

"Sein rasendes Spiel macht mich schaudern"

 

Virtuos und emotional: Menachem Har-Zahav erfreute sein Publikum im Lohberger Ledigenheim mit seinem Klavierspiel. RP-Foto: Angelika Barth

 

 

 

Trierischer Volksfreund, 13. Februar 2012

 

Zwei Hände und ein jiddisches Herz

 

Bei seinem vierten Besuch in der Wittlicher Synagoge hatte der Meisterpianist Menachem Har-Zahav ausschließlich Noten jüdischer Komponisten im Gepäck. Der wohl bekannteste unter ihnen war zweifelsfrei Felix Mendelssohn, doch für die Überraschung des Abends sorgte ein weniger prominenter Kollege.

 

Wittlich.  Er ist ein Meisterpianist, der von Umwegen nicht viel zu halten scheint. Der 1967 in Tel Aviv geborene Menachem Har-Zahav erhielt mit vier Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Mit vier Jahren und drei Monaten spielte er öffentlich, und mit sieben gab er sein erstes Konzert. Inzwischen gibt er 70 Konzerte pro Jahr.
Klare und deutliche Hinweise im Programmheft: Bitte schalten Sie Ihr Handy aus! Keine Fotos! Zwischen den Programmpunkten ein Symbol, welches dem Publikum klarmacht, wann Applaus angebracht ist.

Zügigen Schrittes betritt er die Bühne, ein kurzes Nicken, die Lippen formen ein nicht hörbares Hallo oder Shalom, Har-Zahav setzt sich an den Flügel und beginnt. Mit einem berauschenden Tempo, einer unglaublichen Präzision und einem beinahe überschäumenden Temperament interpretiert er drei Etüden des polnischen Komponisten Moritz Moszkowski.  Der zuvor so introvertiert erscheinende Har-Zahav verfügt über eine enorme Bühnenpräsenz und hat innerhalb kürzester Zeit die 45 Zuhörer für sich eingenommen.

Direkt, deutlich und unmissverständlich ist sein Auftreten, insbesondere während des Prestos der Fantasie von Felix Mendelssohn, welches er lebhaft und leidenschaftlich mit dem linken Fuß begleitet. Charmant, gefühlvoll und ausdrucksstark stellt dieser Pianist sein Können unter Beweis und offenbart sein Temperament nicht in der direkten Kommunikation mit dem Publikum, sondern in der Interpretation der weitgehend unbekannten Stücke. Ein kurzes Aufstehen zwischen den einzelnen Sätzen, ein rasches Verbeugen, etwa zehn Sekunden Applaus und Har-Zahav spielt weiter. Auf einzigartige Weise versteht er zu vermitteln, was die jüdische Musik ausmacht. Es ist diese unvergleichliche Schwermut, diese trotzige Energie und fast heitere Tristesse. Und besonders gelang ihm dies mit den Kompositionen von Moszkowski, deren romantische Spannung und lebensbejahende Melancholie kaum zu überbieten sind, wie das Spiel von Menachem Har-Zahav. romi

 

 

Westfalen-Blatt vom 09.02.2012

 

Traumhaft

 

Pianist Menachem Har-Zahav spielt jüdische Komponisten des 19. Jahrhunderts

 

Von Cornelia Müller

Lübbecke (WB). Das 19. Jahrhundert hat viele große jüdische Klaviervirtuosen und Komponisten hervorgebracht. Felix Mendelssohn gilt bis heute als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik - andere dagegen sind fast vergessen. Der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav verschafft ihnen nun wieder Gehör.

 

 

Er hat am Sonntag in der Stadthalle sein neues Programm »Klavierwerke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts« vorgetragen. Charles-Valentin Alkan, Louis Moreau Gottschalk, Moritz Moszkowski, Anton Rubinstein und Carl Tausig - einst gehörten sie zu den herausragenden Pianisten ihrer Zeit. Heutzutage sind ihre Kompositionen nur noch vereinzelt in den Konzertsälen zu hören - zu Unrecht, wie man nach dem Konzert von Menachem Har-Zahav meinen sollte. Er hat für sein Programm 16 meist kürzere Stücke ausgewählt, die eine enorme Bandbreite widerspiegeln. Das reicht von den verspielten, fingerfertigen Etüden Moszkowskis über Gottschalks südamerikanisch inspirierte Kabinettstückchen bis hin zu den hochdramatischen Meisterwerken eines Mendelssohn. In diesem Querschnitt gab es einige Kostbarkeiten zu entdecken, wie etwa Alkans »Nocturne« in H-Dur, die sicherlich den Vergleich mit Kompositionen von Chopin oder Liszt nicht scheuen muss.

Das größte musikalische Schwergewicht aber bleibt Felix Mendelssohn, dessen Werke auch in Har-Zahavs Konzert eine zentrale Stellung einnahmen. Hier konnte der Pianist seine ganze Virtuosität entfalten, hier trat sein sehr flexibles und differenziertes Spiel besonders deutlich hervor.

 

Die Selbstverständlichkeit, mit der Har-Zahav Ausdrucksstärke und spielerische Leichtigkeit verband, war staunenswert, auch wenn die Anspannung des Pianisten spürbar blieb, der dieses Programm gerade erst neu erarbeitet hat.

 

»Traumhaft schön« war deshalb der Eindruck, den die Konzertbesucher mit nach Hause nahmen. Er galt nicht nur für Carl Tausigs schwerelos hingehauchte »Träumerei« in A-Dur. Er galt für das gesamte Konzert.

 

 

Neue Westfälische vom 07.02.2012

 

Klaviatur von Stimmungslagen

Har-Zahav spielte Werke jüdischer Komponisten

 

 

Lübbecke (ct). Der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav setzt mit seiner äußeren Erscheinung ein Zeichen: Frack, langes schwarzes, hinter die Ohren gestrichenes Haar, auf dem Kopf die Kippa, die traditionelle Kopfbedeckung männlicher Juden.

 

Sein Konzert ist eine Hommage an Klavierwerke jüdischer Komponisten der Romantik. Der deutsche Felix Mendelssohn ist dabei der bekannteste von ihnen, gefolgt von dem russischen Komponisten Anton Grigorewitsch Rubinstein, nicht zu verwechseln mit dem Pianisten Arthur Rubinstein.

 

Aus Frankreich stammt der Komponist und Klaviervirtuose Charles Valentin Alkan, aus dem Süden der USA Louis Moreau Gottschalk und aus Polen Moritz Moskowski und Carl Tausig.

 

Har-Zahav, der im vergangenen Jahr schon für sein Liszt-Programm bewundert wurde, hat in seiner Auswahl selten zu Gehör gebrachte, aber nicht minder interessante Klavierstücke zusammengestellt.

 

Lebhafte, sich auf der ganzen Klaviatur ausbreitende Etüden, zarte und subtile Nocturnes (Alkan), ans Ballett erinnernde Polonaisen. Mendelssohn's "Fantasie in fis-moll, Op. 28" mit den temperamentvollen auf- und absteigenden Linien versetzen das Publikum genauso in staunende Begeisterung wie die sanfte, eine Wellenbewegung imitierende "Barcarole" von Rubinstein oder die "Gondoliera" von Moskowski. Ebenso bezaubern "Souvenir de Porto Rico" mit dem südamerikanischen Flair von Gottschalk und die romantische "Rêverie A-Dur, Op.5" von Gottschalk [sic]. Eine wahrhafte Klaviatur von Stimmungslagen weiß Zahav, technisch brilliant, hervorzurufen. Die Zuhörerschaft dankt dem Konzertvirtuosen mit viel Applaus.

 

 

Rheinische Post Nr. vom 30.01.2012

 

Dramatische Momente am Piano

Von Bernd Finke

Rees.  Es war nur ein ganz kurzer Augen-Blick, den Menachem Har-Zahav am Freitag seinem Publikum im Bürgerhaus zuwarf. Er enthielt die unausgesprochene Frage: "Darf ich ihnen noch etwas vorspielen?", die bezeichnend war für dieses fabelhafte Klavierkonzert, für die federnde Leichtigkeit, mit der die Finger des Pianisten über die Tasten tanzten. Mit der zweiten Zugabe, "La Campanella" von Franz Liszt, zog der Pianist alle Register, ließ die rechte Hand in aberwitzigem Tempo von links und die linke von rechts überholen.

Dabei verzauberte er, zeitweise in den höchsten Tönen tirilierend, sein Auditorium derartig, dass sich die insgesamt 60 Zuhörer, kaum dass der letzte Ton verklungen war, schlagartig spontan erhoben, um Menachem Har-Zahav mit stehenden Ovationen und "Bravo"-Rufen zu feiern.

 

Mühelos ohne Notenvorlage

 

Die Besucher, darunter einige Kinder, hatten ein wahrhaft bemerkenswertes Gastspiel erlebt. Ein Konzert, in dem der Pianist, mit elegantem grauen Smoking, weißem Hemd und Fliege sowie einer Kippa als Kopfbedeckung auftretend, kein einziges Wort sagte, mit dem Publikum nur durch kleine Gesten und tiefe Verbeugungen kommunizierte. Menachem Har-Zahav, der sämtliche Stücke auswendig ohne Notenvorlage vortrug, wollte die Musik für sich sprechen lassen und Meisterwerke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts zu Gehör bringen, die, abgesehen von Felix Mendelssohn, hierzulande weitgehend unbekannt sind. Den schwungvollen Auftakt machten drei Etüden von Moritz Moszkowski (1854-1925), eine besondere Herausforderung, auch wegen der zahlreichen perlenden Tonfolgen, die Har-Zahav, mühelos meisterte. In der teils dramatisch anmutenden "Polonaise in H-Moll", erneut von Moszkowski, wie auch in dem rasanten dritten Satz der "Fantasie in Fis-Moll" von Felix Mendelssohn bewies der Pianist, dass er nicht nur ein Meister der feinfühligen, filigranen Töne ist, sondern ebenso perfekt auch das kraftvoll-monumentale Spiel beherrscht. Weiterer Höhepunkt des Konzertes war unter anderem die "Vierte Barcarolle" von Anton Rubinstein (1829-1894).

Mit der vom Publikum stürmisch geforderten ersten Zugabe, "Spanischer Tanz" von Moritz Moszkowski, und dem beinahe mehr noch von Menachem Har-Zahav selbst "erbetenen" zweiten Nachschlag, "La Campanella" von Liszt, klang der wunderbare Abend aus.

 

 

Solinger Tageblatt 24.01.2012

 

 

Faszinierender Tastenwirbel

KONZERT Virtuose Har-Zahav im Bürgerhaus.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Leichlingen. Der begeisterte Applaus des Publikums entlockte dem Künstler eine Zugabe, dann entschwand er – und entließ die Zuhörer in dem faszinierten Eindruck eines außergewöhnlichen Kunstgenusses.

 

Schon mit dem ersten fulminanten Akkord hatte Menachem Har-Zahav das Auditorium im Leichlinger Bürgerhaus in seinen Bann geschlagen. Drei Etüden unterschiedlichster Tonarten von Mozszkowski setzte Har-Zahav an den Anfang seines Konzertes und machte an diesen lebhaften Stücken seine Virtuosität am Klavier deutlich. Spielerisch und leicht perlten die Läufe, perfekt wechselte er die Stärke des Anschlags. Mal leicht und zart streichelte er beinahe die Tasten, um ihnen dann kurz, knapp und nahezu barsch ebensolche Töne zu entlocken. Völlig hingegeben in die Musik saß Har-Zahav am Flügel und rief die zu spielenden Klänge aus sich selbst auf; während der anderthalb Stunden gab es nicht ein einziges Notenblatt.

 

 

Schwarzer Frack, weiße Fliege, auf den dunklen, kragenlangen Haaren eine schwarze Seiden-Kippa mit heller Brokatborte. Klavierwerke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts brachte der bekennende Jude zu Gehör. Dabei präsentierte er außer dem bekannten Felix Mendelssohn mit Charles-Valentin Alkan, Louis Moreau Gottschalk, Moritz Moszkowski, Anton Rubinstein und Carl Tausig fünf zu Unrecht nahezu vergessene Komponisten. Einige von ihnen standen schon zu Lebzeiten zu sehr im Schatten ihrer berühmten Freunde Liszt und Chopin; sie alle stehen den Trägern dieser bekannten Namen jedoch in nichts nach. Grund genug für Har-Zahav, mit seinem neuen Konzert-Programm diese meisterhaften Pianisten und Komponisten zu würdigen. Ihm gelang ein fulminantes Feuerwerk romantischer Klavierliteratur, zugleich war es eine Rundreise durch verschiedene Länder, denn die ausgewählten Komponisten entstammen Polen, Russland, den USA, Deutschland und Frankreich.

 

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de