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NRZ Dinslaken, 29.10.2012

Vollendet am Klavier gemalt

Dinslaken.

Nach den streng programmatischen Chopin- und Liszt-Abenden und dem Konzert mit Werken jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts kehrte Menachem Har-Zahav am Samstag mit „Perlen der Klavierliteratur“ an den Bechstein-Flügel im gut besuchten Lohberger Ledigenheim zurück. Die musikalischen Kleinode ließen sich auch mit Charmes an Ketten oder Armbändern vergleichen: Auch wenn sie alle aus dem selben hochwertigen Material in höchster Kunst gefertigt sind, ihre Vielfalt, Individualität und Bedeutung macht sie unverwechselbar und zu etwas Besonderem.

Das gilt auch für den in den USA ausgebildeten Pianisten, der heute mit seiner Familie in Velbert lebt. Menachem Har-Zahav nutzt seine brillante Technik, um den Charakter und den Ausdruck der Werke offenzulegen und er behält zugleich die Scharfsicht, nicht für die Interpretation Präzision, musikalische Grammatik und kompositorische Details zurückzustellen.

Har-Zahav beginnt mit Mozarts Sonate Nr. 12 F-Dur KV 332. Die Läufe perlen, der Ton bleibt schlicht und klar fast wie bei einem Hammerklavier. Erst im Adagio spielt Har-Zahav die lyrischen Passagen in Vorahnung der Romantik aus. Beethoven nannte sein Op. 27 Nr. 2 in cis-Moll „Sonata quasi una fantasia“. Den Mondschein fanden erst spätere Generationen im ersten Satz. Menachem Har-Zahav spielt ihn als schwermütiges Charakterstück eines brummeligen Beethovens. Licht und Wärme bringt des Allegretto des zweiten Satzes. Und im Presto agitato zeigt sich einmal mehr das Gespür Har-Zahavs, die Balance zu halten. Der Donner grollt und doch bleibt glasklare Fingerfertigkeit.

Es folgen Liszt und Chopin. Natürlich. Die Romantiker zwischen virtuosen Höchstleistungen und tiefer Empfindung scheinen dem hochkonzentrierten Pianisten von der Mentalität her am nächsten zu stehen. Aber dann lässt er über Rachmaninows wie ein gewaltiger Strudel alles nach unten verschlingendes Prelude in cis-moll Op 3 Debussys sanftes „Clair de lune“ scheinen und taucht in dieses silbrige Licht die „Jeux D’Eau“ von Ravel. Überwältigend schön. Malen kann er also auch, denkt man sich angesichts dieser tief erfassten und transparent dargestellten impressionistischen Miniaturen.

Doch Har-Zahav ist Musiker, durch und durch. Einer, dem das Pianist sein nicht reicht, der noch ein ganzes Orchester in sich trägt. Die Stimmen seiner Version der „Rhapsody in Blue“ von Gershwin tragen die Charaktervielfalt der vielen Personen, die sonst dieses Orchesterstück im Konzertsaal ungestüm jazzen lassen. Seine Zugabe: „I’ ve got Rhythm“- Wer könnte das nach diesem Konzert bezweifeln. bes

 

 

 

Schwarzwälder Bote, 09.10.2012

 

 

 

 

Oldenburger Volkszeitung, 08.10.2012

 

Uni lauscht Perlen der Klaviermusik

Publikum erlebte Freitagabend ausdrucksstarkes Konzert [...]

Der romantische Klaviervirtuose Menachem Har-Zahav ist ein Meister auf seinem Instrument. Leider wollten sich nur wenige Zuhörer davon überzeugen.

 

Von Marie-Chantal Tajdel

 

Vechta. Es ist zum Verzweifeln, da spielt ein talentierter Pianist, der in seiner Kindheit als Wunderkind gehandelt wurde, am Freitagabend im Musiksaal der Universität und nur 55 Zuhörer verlieren sich in dem Raum. […] Das komplette Programm spielt der Pianist ohne Noten Ungeachtet der lieblosen Atmosphäre bietet der herausragende Pianist Menachem Har-Zahav das romantische Programm „Perlen der Klavierliteratur“. Einfühlsam und temperamentvoll, technisch brillant und kraftvoll spielt er eine fein sortierteWerkauswahl, die vonMozarts Sonate Nr. 12 in F-Dur über Beethovens Mondschein-Sonate und Liszts Liebestraum Nr. 3 bis zu Chopin (Scherzo Nr.2 ), Rachmaninoff (Prelude in cis-Moll), Debussys Claire de Lune und Ravels Jeux d’Eau reicht. Das komplette Programm spielt der amerikanisch-israelische Pianist, der seit Jahren in Deutschland lebt und unter anderem in großen Konzertsälen in Düsseldorf, München und Hamburg konzertiert, ohne Noten. Hochkonzentriert begleitet er sein Spiel mit einer ausdrucksstarken Mimik, zieht die Stirn kraus, intoniert laut mit den Lippen, lässt die Augenbrauen nach oben schnellen. Mozarts Sonate gibt er ein verspieltes Gewand, das sich dann mal fein und flink, dann rauschhaft und kraftvoll steigert. Beethovens Klaviersonate endet berauschend und atemlos. Seinem Spiel zu folgen, macht einfach Spaß. Wie spielerisch tänzelt er mit seinen Händen über die Klaviatur, schlägt eindringlich-sehnsüchtige Töne an, versteht es aber auch, die romantische Klavierliteratur nie übersentimental oder fade klingen zu lassen. Dass er auch im Jazz zu Hause ist, beweist er mit Gershwins „Rhapsody in Blue“, die er mit klassischer Tiefe, klanggewaltig und groovig intoniert. Das Publikum dankt für das knapp zweistündige Konzert mit viel Applaus und „Bravo“-Rufen.

 

 

 

Westfälische Nachrichten 01.10.2012

 

Ausnahme-Pianist Menachem Har-Zahav

im Kapitelsaal begeistert gefeiert

Zugaben schon zur Pause

 

Lüdinghausen - Von Werner Zempelin

Die Klavierabende des Ausnahme-Pianisten Menachem Har-Zahav sind für die Freunde klassischer Musik in unserer Region inzwischen fast schon zur Tradition geworden. Seit mehreren Jahren gastiert der israelisch-amerikanische Musiker immer wieder im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen.

 

[...] Nach seinen Hommagen an Liszt und an Chopin in den vergangenen Konzerten präsentierte Menachem Har-Zahav diesmal eine Auswahl unter dem Motto: „Perlen der Klavierliteratur”. Unter seinen Zuhörern waren einige Jugendliche, die sein Konzert kostenfrei besuchen konnten, denn Har-Zahav möchte der jungen Generation vermitteln, wie spannend Werke alter Meister sein können: „Ich möchte ihnen die Gelegenheit bieten, zu erleben, dass Komponisten durch die musikalischen Epochen hinweg spannende Musik geschrieben haben, die auch heute noch mitreißt.“

 

So war auch die vierzehnjährige Maren aus Lüdinghausen nach dem Konzert ganz ergriffen und beeindruckt von dem, was man als Könner so aus dem Ins­trument „herausholen” kann – ganz ohne Noten, komplett aus dem Gedächtnis heraus gespielt. Sie vermag das zu beurteilen, denn sie hat bereits seit fünf Jahren Klavierunterricht.

 

Das Wiedersehen und Wiederhören mit Menachem Har-Zahav machte den Besuchern so viel Freude, dass sie ihn nach dem ersten Teil des Konzerts nicht in die (wohlverdiente) Pause gehen ließen, ohne dass er drei Mal wegen des anhaltenden Applauses wieder auf die „Bühne” kam. Und natürlich, um es vorwegzunehmen, war ein Ende ohne Zugabe nicht denkbar.

 

Das Programm begann mit zwei Sonaten, die den Schwerpunkt der ersten Konzerthälfte bildeten: Zunächst Wolfgang Amadeus Mozarts „Sonate Nr. 12 in F-Dur”, K. 332, dann Ludwig van Beethovens „Klaviersonate Nr. 14, op. 27 Nr. 2” in cis-Moll, die weltbekannte „Mondscheinsonate” - krasser konnte der Unterschied nicht sein. Der 45-Jährige spielte absolut souverän und mit perfekter Spieltechnik und effektvoller Gestaltung. Ihm gelangen sowohl andächtige, ja zarte Klänge, aber auch donnernde Akkorde. Dann wieder verträumte Melodien wie bei Franz Liszts „Liebestraum Nr. 3“, bei dem er manchmal etwas zu hart die Zuhörer aus ihren romantischen Stimmungsbildern und sanft wiegenden Klängen riss.

 

Obwohl seine Stärken im feurig entfesselten Sturm und tosenden Läufen liegen, bei denen seine Hände über die schwarz-weißen Tasten des Instruments fliegen, gelingen ihm auch „hingehauchte” Töne und kaum erwartete Klänge, die wie aus einer anderen Welt zu stammen scheinen.

 

Im zweiten Teil brachte Har-Zahav unter anderem „Clair de lune” (Claude Debussy) und „Jeux d’Eau“ (Maurice Ravel) zu Gehör. Bei „Rhapsody in Blue” (George Gershwin) konnte man den Eindruck gewinnen, als würde er nicht nur mit zwei Händen spielen. Die sich immer weiter steigernde Spannung rief am Ende begeisterten stehenden Applaus hervor. Freuen wir uns aufs nächste Jahr – mit Menachem Har-Zahav.

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de