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Neue Westfälische 05.03.2013

 

Es perlt, was virtuos glänzt

 

OETKERHALLE: Menachem Har-Zahav bringt Publikum im kleinen Saal der Oetkerhalle zu Ovationen im Stehen

 

VON CHRISTOPH GUDDORF

 

Bielefeld. Die Kette an "Perlen der Klavierliteratur" ließe sich nahezu unerschöpflich verlängern, doch welche Stücke der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav zu jenen Kleinoden zählt, entbehrt nicht einer gewissen Publikumswirksamkeit. Dieser Künstler, der inzwischen samt siebenköpfiger Familie in Deutschland lebt, hat auch für sein Rezital ein stimmiges wiewohl äußerst populäres Programm zusammengestellt.


Auch wenn Beethoven selbst eine "Sonata quasi una fantasia" zu schaffen beabsichtigte und dabei weniger an "Mondschein" gedacht hat, Liszts "Liebestraum" in As-Dur alles andere als ein reines Wohlfühl-Pièce ist und Debussys eher melancholisch-mondverklärt leuchtet – ihre Ausstrahlungskraft bleibt.

Har-Zahavs sensibler Zugriff ohne jede zweifelhafte Sentimentalität tritt nicht nur im berühmten ersten Satz der Beethoven-Sonate zutage, der äußerst gefühlig und durch starkes Rubato nachdenklich-zögerlich tönt, sondern gleichwohl im hochdramatischen dritten. Hier spannt der Pianist einen selten zu hörenden, alles umfassenden Bogen, der jede technische Hürde nimmt und deutliche die Akzente wütender Schläge markiert, ohne an brodelndem Drang zu verlieren.

 

Angenehm ungesüßt

Liszts "Liebestraum" durchleidet Har-Zahav ebenso empfindsam, jedoch angenehm ungesüßt, die "Campanella"-Etüde lässt er vergleichsweise langsam, aber umso bewusst-transparenter klingeln.

Wie er dann aber die Glocken frei schlagen und schwingen lässt in Rachmaninoffs Prelude in cis-Moll, das ist schlichtweg kongenial. Chopins grummelndes Scherzo in b-Moll ist hingegen nicht ganz so zwingend umgesetzt. Bereits das Anfangsmotiv ist zu breit ausgespielt und so seiner Flüchtigkeit beraubt. Doch Har-Zahav vermag dennoch, der Ambivalenz zwischen den Teilen stimmig nachzugehen und sie zu einem großen Ganzen zu formen. Ähnliches gilt für Gershwins "Rhapsody in Blue", die zwar zu Beginn stellenweise wie eine harmonische Analyse zu klingen droht, sich im Laufe ihrer rhythmisch betonten sowie förmlich-stilistischen Verquickung von Jazz- und Kunstmusik immer mehr "einzutänzeln" scheint und zu einem grandiosen Ende findet.

Funkelnde Glissandi

Debussys "Clair de lune" strahlt unter Har-Zahavs Händen zwar ein zartes Mondlicht aus, entwickelt aber nicht den Sog und das Strömen von Ravels "Jeux d’eau". Hier fühlt man sich gekitzelt vom Spiel des Wassers wie der in der Partitur erwähnte lachende Flussgott, es wird das gesamte Klangspektrum des Flügels gespiegelt, der Pianist lässt unmerklich die Hände ineinander übergreifen und die Akkordtriller und Glissandi funkeln – ein klavieristisches Musterbeispiel musikalischen "Impressionismus". [...]

Menachem Har-Zahav bleibt ein Interpret romantischen Repertoires – das merkt auch das begeisterte Publikum, das mit einer Etüde von Moritz Moszkowski verabschiedet wird.

 

 

 

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Velbert, 27.02.2013

 

Pianist begeisterte mit Klassik

 

Die Vorburg wurde erneut zum Schauplatz musikalischer Glanzleistungen umfunktioniert. Unter dem Motto „Perlen der Klavierliteratur“ spielte Meisterpianist Menachem Har-Zachav Beliebtes von Mozart bis Gershwin. Während des knapp zwei Stunden dauernden Konzerts ließ das mehr als 100-köpfige Publikum in der voll besetzten Vorburg seiner Begeisterung freien Lauf und ehrte Har-Zahav mit „Bravo“-Rufen und stehenden Ovationen.

 

„Wir freuen uns, dass das Konzert sehr gut angenommen wurde“, fasste Vera Weston vom Management des Pianisten ihre Eindrücke zusammen. Überraschend war das aber eigentlich nicht, da Har-Zahav von Publikum und Presse regelmäßig hoch gelobt wird. Betitelt als „perfekter romantischer Virtuose, technisch brillant, sensibel und ohne falsche Sentimentalität“ hat der Pianist es wieder einmal geschafft, seinem Ruf alle Ehre zu machen. Doch gerade was die Jugend angeht, wünscht sich Har-Zahav mehr Leidenschaft für klassische Musik zu spüren. Zu seinem Konzert hatten unter 18-Jährige freien Eintritt, und immerhin um die 20 Jugendliche fanden den Weg in die Vorburg. „Ich finde es schade, dass so viele Kinder und Jugendliche klassische Musik als altmodisch und langweilig sehen“, bedauert der Virtuose. „Ich möchte ihnen die Gelegenheit bieten, zu erleben, dass Komponisten durch die musikalischen Epochen hinweg spannende Musik geschrieben haben, die auch heute noch mitreißt“.

 

Erstes Konzert mit sieben Jahren

 

Und das mitreißen, das hat er auch beim Nevigeser Publikum geschafft. Menachem Har-Zahav ist als Solist und mit Orchesterbegleitung international aufgetreten, lebte für Studien eine Zeit lang in England, lebt aber zurzeit wieder in Deutschland. Har-Zahav bekam seinen ersten Klavierunterricht im Alter von gerade einmal vier Jahren und nach einem Jahr übernahm Universitätsprofessor Dr. Doughty seine Ausbildung. Sein erstes Konzert spielte er mit sieben Jahren. Die amerikanische Presse lobte ihn, da war er gerade einmal 16 Jahre alt.

Von Tatjana Otto

 

 

 

 

Kölner Stadtanzeiger, 18.02.2013

 

Von Claudia Grosse

 

Die Triller wurden immer teuflischer

 

Pianist Menachem Har-Zahav gastierte in der Kulturhalle Dormagen. Dabei waren es allen voran die virtuosen romantischen Werke, mit denen der israelisch-amerikanische Musiker bei den knapp 100 Besuchern Begeisterung auslösten.

 

Beethovens „Mondscheinsonate“, Liszts „Liebestraum“, Debussys „Clair de Lune“, Gershwins „Rhapsody in Blue“ – es waren wahrlich die „Perlen der Klavierliteratur“, mit denen Menachem Har-Zahav am Sonntagnachmittag unter gleichem Titel in der Kulturhalle Dormagen gastierte. Dabei waren es allen voran die virtuosen romantischen Werke, die bei den knapp 100 Besuchern Begeisterung auslösten.

 

Zunächst entführte der israelisch-amerikanische Pianist, der heute in Deutschland lebt, in die vorromantische Epoche. Mit Mozarts Sonate F-Dur KV 332 bewies er zwar zum einen, dass ihm das Feine, Durchsichtige der klassischen Literatur ebenso vertraut ist wie das Voluminöse, Kraftvolle der Romantik. Doch da mangelte es zuweilen an Zartheit und Glanz, fehlte der große Bogen, was sicher auch dem vornehmlich in hoher Lage recht schrill klingenden Flügel geschuldet war. Und sicher war es kein Glücksgriff, sich anhand eines nach Brillanz schreienden Mozarts mit dem Instrument anzufreunden.

 

Dass es Menachem Har-Zahav an Brillanz und Klanggefühl jedoch keinesfalls mangelt, zeigte er fortan – makel- und auf angenehme Weise schnörkellos – in Beethovens Klaviersonate Nr. 14 in cis-Moll. Jeder kennt ihn, den ersten Satz der „Mondscheinsonate“. Nun war er neu zu erfahren, sympathisch unsentimental, ohne dabei der tiefen Innigkeit dieser wunderbaren Musik Abbruch zu tun. Grandios gelang ihm das Presto agitato, der dritte Satz dieser Perle der Klaviermusik. Da floss dann wirklich alles, schien alles leicht bei aller Wucht des Werkes. Zart, mit lyrischer Verträumtheit, ging es weiter mit Liszts „Liebestraum Nr. 3“, bevor der Pianist mit Liszts „La Campanella“ (Das Glöckchen) zu weiterer Höchstform auflief. Bei den „Six Grandes Etudes de Paganini“, zu denen „La Campanella“ zählt, hatte Liszt die hochvirtuosen Violin-Kompositionen des „Teufelsgeigers“ Paganini aufgegriffen und für Klavier umgeschrieben. Und mit dem nun gehörten Werk wahrlich Wundersames, für den unbedarften Zuhörer kaum Spielbares geschaffen. Doch auch hier glänzte Menachem Har-Zahav mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht und die ihre Wirkung nicht verfehlte. Das Publikum konnte sich des „Aaah“- und „Wow“-Sagens nicht erwehren, als die Triller immer teuflischer daherkamen.

 

Die zweite Hälfte begann dann noch in romantischer Epoche – zunächst mit Chopins Scherzo Nr. 2 b-Moll, Opus 31, sicher dem am wenigsten bekannten, daher schon allein deshalb wohltuenden Werk. Worauf Rachmaninoffs umso berühmteres, wuchtiges Cis-Moll-Prélude folgte. Auch hier zeigte der Pianist, dass es technische Grenzen für ihn nicht zu geben scheint. Und dass er sowohl die körperliche als auch mentale Kraft besitzt, scheinbar ohne Energieverlust ein bombastisch akkordisches Werk nach dem anderen zu interpretieren.

So war es erholsam, als mit Debussys „Clair de Lune“ aus der „Suite bergamasque“ zwischenzeitlich auch einmal die ruhigen, lyrischen Klänge im Vordergrund standen. Ebenso in Ravels „Jeux d’Eau“. Denn schon hatte Menachem Har-Zahav den nächsten, nicht eben leisen Ohrwurm in den Fingern: Gershwins „Rhapsody in Blue“. Mit dieser wunderbaren Synthese aus Jazz und Kunstmusik, thematisch und rhythmisch voller Gegensätze, fein, witzig, dann wieder forsch und gewaltig, wurde ein begeistertes Publikum in den Abend entlassen.

 

 

Westfälischer Anzeiger 14.01.2013

Von Martin Kersting

Musikalisches Feuerwerk

WERNE - „Perlen der Klavierliteratur“ nannte Pianist Menachem Har-Zahav sein neuestes Konzertprogramm, das er am Freitag im Kolpinghaus darbot. Zum dritten Mal gastierte der israelisch-amerikanische Musiker in der Lippestadt. Nachdem er im vergangenen Jahr eher unbekannte Komponisten des 19. Jahrhunderts vorgestellt hatte, präsentierte er nun „Schlager“ der klassischen Klavierwerke.

 

Es ist wohl mutiger, Werke wie den „Liebestraum“ von Franz Liszt, „Clair de lune“ von Claude Debussy oder Beethovens „Mondscheinsonate“ aufzuführen, die jeder Pianist im Repertoire hat, und die in unzähligen Interpretationen existieren, als unbekannte Stücke vorzustellen. Menachem Har-Zahav zeigte aber, dass er den Vergleich mit großen Namen nicht zu scheuen braucht.

 

Er präsentierte sich nicht nur als technisch versierter und sicherer Pianist, sondern auch als Musiker mit großem Gespür für die unterschiedlichen Emotionen der Werke.

 

Das zeigte sich gleich am Anfang in der Sonate Nr. 12 F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Har-Zahav arbeitete die unterschiedlichen Stimmungen der drei Sätze sehr klar heraus.

 

Auch seine Interpretation der Klaviersonate Nr. 14 in cis-moll von Ludwig van Beethoven, bekannt als „Mondscheinsonate“, bewies sein feines Gespür für die richtige Dynamik. Beethoven hat diese Sonate völlig untypisch angelegt, indem er sie mit einem langsamen „adagio sostenuto“ beginnen lässt und das Tempo von Satz zu Satz steigert. Har-Zahav steigerte diese vorgegebenen Tempi durch starke Akzentuierungen und eine immense Dynamik, die den letzten Satz zu einem furiosen Finale anwachsen ließ. Mit dem bekannten „Liebestraum“ Nr. 3 sowie der „Campanella“ aus den Paganini-Etüden verabschiedete er sein Publikum in die Pause.

 

Frèdèric Chopins Scherzo Nr. 2 eröffnete dann den zweiten Teil des Abends. Menachem Har-Zahav verstand es, den Reichtum der unterschiedlichen musikalischen Formen und Stimmungen herauszustellen. Die drei folgenden Stücke, das Prelude cis-moll von Sergei Rachmaninoff, Claude Debussys „Clair de lune“ und „Jeux d’Eau“ von Maurice Ravel stellten hohe technische Anforderungen, verlangten aber auch grundverschiedene Ausdrucksmittel. Krönender Abschluss des Konzertabends war die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin. Eigentlich für Klavier und Jazz-Band geschrieben, spielte Menachem Har-Zahav es in der Fassung für Piano Solo. Das Werk bestach in der Interpretation Har-Zahavs besonders durch die abwechslungsreiche Intonation und Dynamik, so als halte die Melodie den Atem an, um dann wieder zu einem fröhlichen musikalischen Feuerwerk zu explodieren. Langanhaltender Applaus belohnte den Künstler.

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de