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Kölner Stadt-Anzeiger, 02.11.2013, Rhein-Berg

Atemloser Klangrausch

 Rösrath. Der Pianist Menachem Har-Zahav gilt als Meister seines Fachs. Entsprechend groß war der Andrang im Schloss Eulenbroich, wo Har-Zahav "Perlen der Klavierliteratur" spielte, eine vom Kulturverein Schloss Eulenbroich veranstaltete Reihe. Bereits mit Chopins "Ballade in g-Moll, Opus 23" machte der Musiker deutlich, dass er zu Recht geschätzt wird: Behutsam begann er das 1831 entstandene Werk, baute die Spannung auf und ließ schließlich die verspielte Sehnsucht in dramatisch rollenden Klavierläufen gipfeln. 

 

 Es folgten zwei Präludien sowie zwei Étude Tableaus von Sergei Rachmaninow. Bei der "Prélude, Opus 32 Nr. 12" verschmolz Har-Zahav sprudelnde Lebendigkeit mit dunkler Melancholie, die "Prélude Nr. 10" aus demselben Opus gab er als sanft wiegende, tief traurige Melodie. Eine sich dramatisch emporschwingende Melodie präsentierte er mit der "Étude Tableau, Opus 39 Nr. 5", wild wuchernde Harmonien indes mit der "Étude Tableau, Opus 33 Nr. 2". 

 

 Har-Zahav, der bereits mit sieben sein erstes Konzert spielte, zeigte mit seinem abwechslungsreichen Programm, dass er virtuos in gegensätzliche Stimmungen eintauchen kann, ohne an Authentizität einzubüßen. Johannes Brahms' "Intermezzo Nr. 1 in h-Moll" interpretierte er wunderbar filigran, druckvoll und energetisch gab er kurz darauf dessen impulsive "Rhapsodie in Es-Dur". 

 

 Den Herzschlag der pulsierenden Großstadt machte er mit seinen lebendigen Versionen von George Gershwins Jazz- und Blues-getränkten "Three Preludes" hörbar, furios entfaltete er die verschlungenen Harmonien, die tolldreisten Tonfolgen von Claude Debussys "Danse". Mit "L'Isle Joyeuse" stand ein weiteres Stück des französischen Komponisten auf dem Programm: Klavierklänge wie ein Schwarm schimmernder Fische, die übermütig durch sonnendurchflutete Ozeane schnellen. 

 

 Mit Franz Liszts grandioser "Étude d'éxécution transcendente Nr. 10 in f-Moll" endete das Konzert in einem atemlosen Klangrausch: Bedrohlich und faszinierend zugleich gab Har-Zahav das hochkomplexe Werk - ein Aufschrei gegen das Schicksal, geboren aus Wut und Ohnmacht, den der Pianist so eindrucksvoll wie eindringlich interpretierte.

 

VON CHRISTIAN LEINWEBER 

 

 

 

Aachener Zeitung, 29. Oktober 2013

 

Meisterkonzert mit Menachem Har-Zahav im historischen Schloss

Übach-Palenberg. Menachem Har-Zahav zeigte im wundervollen Ambiente von Schloss Zweibrüggen, warum seine ausgesuchten und exzellent interpretieren „Perlen der Klavierliteratur 2“ so eindrucksvoll sind. Ein Meisterkonzert.

 

Etwas war anders an diesem Abend im edlen Saal. Denn der Flügel, sonst eher optisch schmückendes Beiwerk des im klassizistischen Stil errichteten Bauwerks, rückte in das Zentrum der Blicke. Und das freute nicht nur Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der schon vor einem Jahr den meisterhaften Klängen von Pianist Menachem Har-Zahav gelauscht hatte.

 

Auch an diesem Abend war eine Schar von Menschen in das Schloss gekommen, um die außergewöhnlichen Interpretationen eines Ausnahmekünstlers zu genießen. Seine rund 70 Konzerte pro Jahr hört man ihm an, und das im positiven Sinne.

Denn so abgeklärt und ruhig er als Mensch wirkt, lebt der Pianist Menachem Har-Zahav seine Leidenschaft, sein Feuer, seine Dynamik, aber auch seine wie zerbrechlich wirkenden feingeistigen Qualitäten als Pianist am Flügel aus.

Das war auch jetzt im Schloss der Fall. Und schon, als er die Ballade in g-Moll (Op. 23) von Frédéric Chopin aufleben ließ, leuchteten nicht nur die Augen der wissenden Zuhörer. Dem Pianisten gelang es problemlos, auch Menschen, die hier einfach nur in aller Stille und für sich ein exzellentes Konzert genießen wollten, in seine Welt der Musik hineinzuziehen.

Musikalischer Fluss

Vier Beispiele von Sergej Rachmaninoff und Klavierstücke aus dem Opus 119 von Johannes Brahms bewiesen, dass der große Künstler nicht nur der gröbsten und feinsten Dynamik habhaft ist, sondern vor allem den musikalischen Fluss, das Bruchlose einer überragenden Interpretation generieren kann.

Für so viel Können gab es schon vor der Pause, die eigentlich nur dem tiefen Luftholen vor dem zweiten Teil diente, reichlich Beifall.

Drei Präludien aus der Feder George Gershwins, der leicht beschwingte, dennoch nicht minder tiefgründige Stil Claude Debussys und zum Schluss eine strahlende Étude d’éxécution transcendente in f-Moll von Franz Liszt ließen die Zuhörer erahnen, warum der Pianist sein ausgesuchtes Programm mit „Perlen der Klavierliteratur 2“ überschrieben hat.

Das lässt natürlich hoffen, dass der Pianist mit dem Gespür für feinste Dynamik auch im kommenden Jahr, wenn die Blätter wieder fallen, wieder den Weg ins Schloss finden wird.

 

 

 

Stuttgarter Nachrichten, 21.10.2013

 

Erlesene Musik für einen erlesenen Kreis

Pianist Menachem Har-Zahav konzertiert vor kleiner Zuhörerschar.

 

Fellbach

Es ist ein Jammer. Keine zwei Dutzend Zu­hörer finden am Freitag Abend zum Klavier­abend in die Musikschule - und man merkt der Tourmanagerin schon bei der Begrüßung an, dass sie das trifft. Für den erlesenen Zuhörer­kreis wird das Gastspiel des Pianisten Har-Zahav dennoch ein eindrucks­voller Abend.

 

Gründe für die traurige Leere im Saal wären schnell gefunden: Ein Vokalmusik-Konzert zur selben Zeit gerade drei Straßen weiter, das große Fest am Wochenende zuvor, die Kultur­nacht im nahen Stuttgart am nächsten Abend, das reiche Angebot überhaupt, in dem schon die Konzertankündigung kaum durch­dringt. Und doch beschleicht einen (aus ähnlichen Erfahrungen gespeist) der Verdacht: Es wird schlicht viel mehr exzellente Musik geboten, als Menschen ihr Aufmerksamkeit schenken, Klaviermusik zumal.

 

An der Musik selbst liegt's nicht: In dieser event-orientierten Zeit klingt 'Perlen der Klavier­literatur 2' vielleicht etwas angestaubt - das Programm aber ist toll, sein Schwierig­keits­grad spektakulär: Chopin, Rachmaninoff, Brahms, Debussy, Liszt, Gershwin. Was zu Jahresbeginn bei den Rathauskonzerten zu Recht vom vollen Saal gefeiert wird, gibt es auf vergleichbarem Niveau auch hier zu hören: düster schwelgerische Klänge, die über furiose Läufe und weichen Intermezzi zu wuchtigen Schlägen führen, bei Chopins g-moll-Sonate gleich zu Beginn. Aus zwei Préludes und zwei Études Tableau von Rachmaninoff formt Har-Zahav danach einen stimmigen kleinen Zyklus, in denen Zartheit und Kraft beständig wechseln, wie danach Schmerz und Süße in Brahms' Klavierstücken op. 119 vor der Pause.

 

Eindrucksvoll geht es dann auch weiter: Wie zuvor schon zeigt Menachem Har-Zahav eine imposante Virtuosität und eine sich beständig weiter steigernde Intensität im Ausdruck. Ein Hauch von Swing aus Gershwins Feder entlockt er nun seinem Instrument, reiche neue Farben erklingen bei drei Debussy-Stücken, eine spektakuläre Liszt-Etüde bildet den Abschluss samt berührender 'Campagnella' als Zugabe. Die hat sich der kleine Zuhörerkreis mit vehementem Applaus im Stehen erstritten und auch der Künstler sich redlich verdient. Schön war's - und trotzdem: Es ist ein Jammer.

Michael Steck

 

 

 

Schwarzwälder-Bote, 21.10.2013

 

 

Menachem Har-Zahav beeindruckt junge Leute

 

 

Von Elisa Schwarz

Calw. Die Werke von Liszt, Debussy und Gershwin haben ein Problem. Sie gehören zweifelsohne zu dem einmaligen Erbe der großen Klaviermeister, rühren weltweit Menschen in Konzertsälen zu Tränen – lassen aber viele Jugendliche dennoch kalt. Menachem Har-Zahav ist nicht nur begnadeter Pianist und grandioser Chopin-Interpret, wie er am Samstag im Saal Schüz in Calw bewies. Er möchte auch die Welt der klassischen und romantischen Klaviermusik für die junge Generation öffnen, für die Mozart und Co. nicht mehr als fremde Gesichter aus dem Musikunterricht sind. Besucher unter 18 Jahren erhalten deshalb stets freien Eintritt zu seinen Konzerten.

 

"Es ist schwierig, sich für die Dauer eines Konzerts auf die Musik konzentrieren zu können. Bei Popmusik ist das einfacher, die Melodien wiederholen sich oft, die Lieder sind kurz. Zudem hat klassische Musik das Stigma, langweilig und nur für alte Leute interessant zu sein, was natürlich nicht der Fall ist", erklärte Har-Zahav.

Tatsächlich lauschten eine Handvoll Kinder auf den Schößen ihrer Mütter den "Perlen der Klavierliteratur 2", wie Har-Zahav sein Programm betitelte. Hochkonzentriert und mit beeindruckender Fingerfertigkeit präsentierte der israelisch-amerikanische Pianist zum Auftakt die technisch anspruchsvolle Ballade in g-Moll, Op. 23 von Frédéric Chopin. Es ist der Charakter einer dramatischen Erzählung, der in Chopins Ballade innewohnt und durch Har-Zahavs einfühlsamer Klanggestaltung zum Tragen kommt. Auch die melancholisch-pathetischen Préludes, op 32 Nr. 12 und Nr.10 des russischen Pianisten Sergei Rachmaninoff sowie die Intermezzi von Johannes Brahms wirkten vollendet und virtuos umgesetzt. Nach einem kleinen Stolpern in George Gershwins Prélude, das den Künstler sichtlich mehr irritierte als das Publikum, präsentierte Har-Zahav transparent und ausdrucksstark Kompositionen von Claude Debussy und Franz Liszt.

 

Es sind jene publikumswirksamen Werke, die Menschen faszinieren – egal ob in New York, Italien, Deutschland oder den Niederlanden, wo Har-Zahav bereits konzertierte. "Ich glaube, diese Musik verbindet Menschen weltweit, weil sie emotional berührt und ein Gefühl von innerem Frieden überträgt. Nicht umsonst wird sie als internationale Sprache bezeichnet", erklärte der Pianist.

Bereits mit vier Jahren erhielt Har-Zahav Klavierunterricht und trat nach kurzer Zeit öffentlich auf. Nach seinem Magisterabschluss im Hauptfach Klavier unterrichtete er an der Lincoln University, nahm zeitweilig an einem Doktorandenstudiengang in England teil und siedelte schließlich nach Deutschland über. Bis zu 70 Konzerte spielt Har-Zahav im Jahr, der Vater von sechs Kindern ist und deshalb ab und an auch mal Popmusik hört. Wirklich mögen tut er sie jedoch nicht. "Wenn, dann Rockmusik aus den 60ern", verriet er.

 

"Meine Musiklehrerin hat mir empfohlen, hierher zu kommen und ich fand es wirklich sehr schön", befand die 20-jährige Sabine Stehle nach dem Konzert. Auch ihre Schwester, die 13-jährige Tanja, war beeindruckt. Debussy und Co. sind eben doch nicht langweilig – Har-Zahav hat dies einmal mehr bewiesen.

 

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de