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Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung (IKZ), 05.03.2014

 

Schwäbische Zeitung, 20.05.2014

 

Virtuoses und temperamentvolles Spiel begeistert

Konzertpianist Menachem Har-Zahav präsentiert „Perlen der Klavierliteratur“ im Bocksaal

 

Leutkirch sz Mit einem charmanten Lächeln und ohne Worte hat sich Menachem Har-Zahav an den an den schwarzen Bösendorfer Flügel gesetzt. Sein Programm „Perlen der Klavierliteratur 2“ begann er mit einer Ballade in g-Moll, der Operette [sic] 23 von Frédéric Chopin. Bereits bei den ersten Tönen merkten die Zuschauer, dass Har-Zahav nicht ohne Grund in der Presse als Meisterpianist bezeichnet wird. Mit viel Emotion und Hingabe präsentierte Menachem Har-Zahav sehr abwechslungsreiche Werke von Chopin, Sergei Rachmaninoff, Johannes Brahms, George Gershwin oder Claude Debussy.

Die Zuhörer genossen die virtuose Interpretation der klassischen Werke des israelisch-amerikanischen Konzertpianisten. Besonders die Mischung aus kraftvollen, lauten Akkorden und sehr leisen, einzelnen Tönen, die Har-Zahav, bis sie nicht mehr hörbar waren, ausklingen ließ, zauberte den Fans der Klaviermusik immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Man konnte sich nie sicher sein, was im nächsten Takt folgen würde. Einige der Zuschauer schlossen bei den ruhigeren Stellen die Augen. In einem kleinen Tagtraum konnten sie somit den Alltag für einige Takte hinter sich lassen und sich noch intensiver auf ihren Hörsinn konzentrieren. Doch lang sollte dieser Tagtraum nicht anhalten. Har-Zahav beugte sich im nächsten Moment wieder ein Stück weiter in Richtung seines Pianos, um wieder lauter und kraftvoller zu werden.

Bereits in der kurzen Pause nach einer guten dreiviertel Stunde hatte Menachem Har-Zahav das Publikum in seinen Bann gezogen. „Das war sehr gut bis jetzt. Einfach sagenhaft gespielt und nicht einfach so heruntergeklimpert“, sagte Karin Bauer aus Unterzeil, die sonst eigentlich eher flottere Sachen wie Jazz und Swing höre. Auch die restlichen Zuhörer des Abends waren überzeugt. Nach einigen kurzen Zugaben, die bereits kleine Appetithappen für das Programm des nächsten Jahres waren, kündigten viele von ihnen ihr Wiederkommen an.

Schon früh ein großer Pianist

Bereits mit vier Jahren erhielt der Konzertpianist seine ersten Klavierstunden, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt war er gerade einmal sieben Jahre alt. Genauso ging die Har-Zahavs Karriere anschließend auch weiter: Neben zahlreichen gewonnenen Wettbewerben und Stipendien absolvierte er in den USA ein Masterstudium im Fach Klavier und begann anschließend selber, die Künste des Klavierspielens an der Universität in Arkansas zu lehren. Nach einigen Jahren als Fakultätsleiter und der Teilnahme an einem Doktorandenstudiengang in England zog es Menachem Har-Zahav nach Deutschland, wo er sich seitdem voll und ganz seiner Pianistenkarriere widmet. Als Solist mit und ohne Orchesterbegleitung spielt er hier rund 70 Konzerte im Jahr.

 

Marvin Weber

 

 

 

Rhein-Zeitung, 25.03.2014

 

Perlen der Klavierliteratur begeistern

Konzert Menachem Har-Zahav spielte im Kulturhaus

 

Hamm. Menachem Har-Zahav füllte bei seinem dritten Konzert im Kulturhaus Hamm den Saal mit einem fachkundigen und begeisterten Publikum. Perlen der Klavierliteratur standen auf dem Programm.

 

Von Frédéric Chopin bis Franz Liszt waren sechs Klavierkomponisten angekündigt, an die man spontan denkt, wenn es um Klavierliteratur geht. Eine Meisterleistung der Konzentration bot Har-Zahav, der das ganze Konzert frei aus dem Kopf spielte, bei der modulationsreichen Ballade in g-Moll von Chopin. Für Viele ist Chopin ein Gedankensprung an Valldemossa und den eigenen Urlaub auf Mallorca.

 

Im Verlauf des Konzertes brachte Har-Zahav mehrere kraftvolle Konzertstücke von Sergej Rachmaninoff zu Gehör, die zustimmenden Applaus des, ansonsten sehr disziplinierten, Publikums auslösten. Von Johannes Brahms gab es drei Intermezzi und die mitreißende Rhapsodie in Es-Dur, die das Publikum in die Pause schickte. Die Gäste vermissten ein wenig die Möglichkeit, in der Konzertpause ein Glas Sekt zu trinken. Hier könnten sich die Kulturfreunde Hamm unter der Leitung von Franz Rohringer vielleicht etwas einfallen lassen.

 

Wie Sektperlen sprudelten die Musikstücke von Claude Debussy, die Har-Zahav aus dem Flügel zauberte, in das Publikum. Dabei wurde die impressionistische Tonsprache Debussys besonders in " Danse" und " L'Isle Joyeuse" deutlich.

 

Freude und einen Vorgeschmack auf das Konzert im Jahr 2015 weckte der Künstler mit " Three Preludes" von George Gershwin, wobei schon im ersten Stück, dem Allegro, die jazzigen Elemente in der Musik Gershwins deutlich wurden. Im Andante waren unverkennbar Bluesrhythmen tonangebend.

 

Für das kommende Jahr, wie die Begleiterin von Har-Zahav ankündigte, ist eine Klavierhommage an Georg Gershwin, natürlich mit "Rhapsody in Blue" und "An American in Paris" geplant. Mit Franz Liszt endete das anspruchsvolle Konzert und nach ausgiebigem Applaus gab es noch eine Zugabe - wieder von Gershwin - die mit ihrer Frische an die Berliner Luft der Goldenen Zwanziger Jahre erinnerte. Kgm

 

Thüringer Allgemeine, 12.03.2014

 

Spitzenpianist gab Konzert in der Mühlhäuser Rathaushalle

Der aus den USA stammende Menachem Har-Zahav präsentierte sein Programm Perlen der Klavierliteratur, Teil 2

 

Von Michael Fiegle

 

Mühlhausen

 

Eine gewisse Ähnlichkeit mit Franz Liszt ist dem aus den USA stammenden Meisterpianisten Menachem Har-Zahav nicht abzusprechen. Dass er Liszt gerne spielt, merkt man sofort. Eine der von ihm eingespielten und produzierten CDs widmete er im Liszt-Jahr 2011 ausschließlich dem berühmten deutschen Pianisten und Komponisten des 19. Jahrhunderts. In seinem diesjährigen Mühlhäuser Konzert in der Rathaushalle spielte er Liszt erst ganz zum Schluss, und zwar die Étude d éxécution transcendente Nr. 10 f-moll.

 

Nach dem Teil 1 im vergangenen Jahr stand nun Teil 2 der Perlen der Klavierliteratur

auf dem Programm. Den Schwerpunkt des Konzertes hatte Har-Zahav dabei auf Werke des Russen Sergei Rachmaninow und des Franzosen Claude Débussy gelegt. Auch Werke von Frédéric Chopin, Johannes Brahms und George Gershwin klangen in dem gut anderthalbstündigen Klavierkonzert an. Gershwins dynamischer und fast beschwingter Ragtime lockerte den Reigen ernster Musik im zweiten Teil des Konzertnachmittags deutlich auf. Mit L´Isle Joyeuse, das heißt übersetzt Die glückliche Insel, von Claude Débussy entwickelte Har-Zahav fantastische Klangwolken.

 

Flügel wurde für das Konzert verschoben

 

Der Steinway-Flügel wurde für das Konzert extra etwas nach Norden verschoben, um den guten Raumklang der Rathaushalle voll ausnutzen zu können. Angesichts der nicht einmal zur Hälfte gefüllten Rathaushalle, was sicherlich dem sonnig-milden Vorfrühlingswetter geschuldet war, und angesichts der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche freien Eintritt hatten, sollte man vielleicht überlegen, das nächste Konzert dieses Spitzenmusikers auf einen Abend-Termin zu legen.

 

Menachem Har-Zahav lernt seit seinem vierten Geburtstag Klavier und erfuhr in den USA eine optimale Förderung seines musikalischen Talents. Mit sieben gab er sein erstes Konzert. Seit 15 Jahren lebt er in der Heimat seiner Frau, in Velbert bei Düsseldorf, gibt aber seither europaweit etwa 70 Konzerte. Nächstes Jahr wird er mit seinem George-Gershwin-Programm in Mühlhausen aufspielen. Mit Swanee gab er dafür als Zugabe des Konzertes schon einmal einen Vorgeschmack.

 

Hersfelder Zeitung 11.03.2014

 

Pianist Menachem Har-Zahav gastierte in der Stadthalle in Bad Hersfeld

Perlen der Klavierliteratur

Bad Hersfeld. Der israelisch-amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav war am vergangenen Samstag mit seinem Soloprogramm „Perlen der Klavierliteratur 2“ zum fünften Mal in der Stadthalle Bad Hersfeld zu Gast. Veranstalterin Vera Weston machte in der Begrüßung zu Beginn des Nachmittagskonzertes das Frühlingserwachen mit dem herrlichen Sonnenschein für den schwachen Besuch verantwortlich. Erfreulicherweise hatten viele Kinder von dem Angebot des Künstlers zum kostenlosen Konzertbesuch Gebrauch gemacht.

Melancholisch-weich

Menachem Har-Zahav eröffnete das Konzert mit der Balade in g - moll Opus 23 von Frederic Chopin. Sensibel und empfindsam interpretierte er die Komposition mit der Bandbreite zwischen melancholisch-weichen und kraftvoll zupackenden Passagen in einer Weise, dass die enge Vertrautheit mit dem Werk Chopins zu spüren war.

Menachem Har - Zahav gibt sich unprätentiös, ohne große Gesten, eher leicht unterkühlt mit leidenschaftlicher Sachlichkeit.

Virtuos folgten vor der Pause mit technisch brillantem Spiel ohne falsche Sentimentalität Werke von Serge Rachmaninoff und Klavierstücke von Johannes Brahms. Nach der Pause wurde das Publikum mit den „Three Preludes“ von George Gershwin auf den Besuch des für 2015 geplanten Programms „I got Rhythm –eine Klavierhommage an George Gershwin“ eingestimmt. Bei „La plus que lente“ und „Danse“ von Claude Debussy überzeugte Har-Zahev mit dem Farbenspiel der Klänge ebenso wie bei Franz Liszts „Etude Nr.10 in f - moll.

Das Publikum dankte mit freundlichem Beifall, der zu Zugaben führte. Familie Sommer war mit ihren beiden Söhnen Levi (5 Jahre) und Sem (3 Jahre) aus Breitenbach am Herzberg angereist. Frau Sommer: „Wir verfolgen im Internet die Konzerte der Berliner Philharmonie. Wir wollen, dass die Kinder ein Live-Konzert erleben“. Und Levi ergänzt: „Das Konzert war sehr schön“. (ast)

Menachem Har-Zahav präsentierte ein anspruchsvolles Soloprogramm am Klavier in der Stadthalle Bad Hersfeld. Foto: ast

 

Westfälische Nachrichten, 04.03.2014

Ausnahme-Pianist Menachem Har-Zahav gastierte im Kapitelsaal

Weiten Bogen gespannt

Lüdinghausen - 

Ausnahme-Pianist Menachem Har-Zahav ist schon so etwas wie ein musikalischer Stammgast in Lüdinghausen. Am Sonntag gastierte er im Kapitelsaal und begeisterte sein Publikum mit „Perlen der Klavierliteratur”.

Von Werner Zempelin

 

Der in der Steverstadt gut bekannte Ausnahme-Pianist Menachem Har-Zahav gastierte wieder im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen. Es waren wahrlich erneut „Perlen der Klavierliteratur“, mit denen der israelisch-amerikanische Musiker am Sonntagnachmittag bei den rund 90 Besuchern Begeisterung auslöste. Nach seinen Hommages an Liszt und an Chopin in den früheren Konzerten, präsentierte Menachem Har-Zahav diesmal eine Fortsetzung seiner Auswahl vom Herbst 2012, wo es bereits schon einmal hieß: „Perlen der Klavierliteratur”. Unter seinen Zuhörern waren auch einige Jugendliche, die sein Konzert kostenfrei besuchen konnten, denn der israelisch-amerikanische Pianist aus Velbert ist selbst Vater von sechs Kindern und möchte der jungen Generation vermitteln, wie spannend Werke alter Meister sein können.

 

In beinahe jeder Epoche zu Hause, spannte er dabei einen Bogen von Chopin über Rachmaninoff, Brahms und Liszt bis hin zu Debussy und Gershwin. Dabei versteht er jedes Werk als musikalisches „Rohmaterial“, dem er individuelle Nuancen „einarbeitet“. Und mit ungeheurer technischer Brillanz wechselt Har-Zahav gekonnt zwischen spielerischer Leichtigkeit und zupackender Heftigkeit.

Gleich zu Beginn ertönen bei der „Ballade in g-moll, Op. 23“ von Frédéric Chopin (1810-1849) mal dunkel schwelgerische Töne, die über weiche Klänge und furiose Läufe zu durchaus deutlichen Schlägen führen, wobei es technische Grenzen für ihn nicht zu geben scheint. Die folgenden vier Stücke (zwei Préludes/zwei Études Tableau) von Sergei Rachmaninoff (1873-1943) gestaltet Har-Zahav anschließend zu einem kleinen Zyklus, bei dem Zartheit, aber auch Energie deutlich zu spüren sind. Mit dem „Klavierstücke, Op. 119“ von Johannes Brahms (1833-1897) geht es abwechselnd mal mit Schmerz und mal mit Süße in die wohlverdiente Pause, obwohl er die mentale als auch die körperliche Kraft besitzt, ein bombastisches Werk nach dem anderen auswendig zu interpretieren.

 

Nach der Pause entlockt er nun bei den „Three Preludes“ von George Gershwin (1898-1937) seinem Instrument einen Hauch von Charleston, tänzerisch leicht, aber auch mit Blueselementen, ergänzt durch kühne Modulationen, die an „Rhapsody in Blue“ erinnern. Wie ein Klangteppich, durchsetzt mit wellenhaften Figuren und reich an Farben, ertönten die drei Stücke von Claude Debussy (1862-1918), wobei sich an „L’Isle Joyeuse“ mit schwierigen Tonreihen und flirrenden Triolen schon mancher Klavierschüler gern vorbeigemogelt hat. Und so suchte Har-Zahavs hervorragende Technik und feine Klangtransparenz auch hier ihresgleichen. Und ebenso verlangte das letzte Stück, die strahlende „Étude d‘éxécution transcendente Nr. 10 in f-moll“ von Franz Liszt (1811-1886), spektakuläre „Fingerakrobatik“ vom Pianisten. Als Zugabe für den überschwänglichen Applaus ließ Menachem Har-Zahav noch einmal einen Gershwin-Titel erklingen: „Swanee“.

 

Nordwest-Zeitung, 14.01.2014

 

 

Konzert

Menachem Har-Zahav spielt Perlen der Klavierliteratur

Auftritt für Jugendliche unter 18 Jahren kostenfrei – Atemberaubende Virtuosität

 

Andreas Schweiberer

Oldenburg Der in Tel Aviv geborene, in den USA aufgewachsene und jetzt in Deutschland lebende Pianist Menachem Har-Zahav verbindet mit seinen immerhin rund 70 Konzerten im Jahr den Anspruch, nicht nur mit ausgesucht schöner Klavierliteratur zu erfreuen, sondern auch bildend zu wirken. Seine Konzerte sind deshalb für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kostenfrei.

 

Wird dieses generöse Angebot auch angenommen? Ist sich eine interessierte Öffentlichkeit wirklich bewusst, wie sehr die Hochkultur durch Akademisierung auf der einen und bornierte Ignoranz auf der anderen Seite in ihrem Weiterbestand gefährdet ist? Offensichtlich nicht. Auch im Konzert von Har-Zahav im Kulturzentrum PFL saßen fast nur ältere Menschen, und das nicht einmal in ansehnlicher Anzahl, bezogen auf die Größe des Konzertsaales.

 

Das Programm „Perlen der Klavierliteratur 2“ brachte, um im Bild zu bleiben, unterschiedliche Perlen verschiedener Größe, Färbung und Herkunft zusammen. Kaum jemand würde sich vom Juwelier so eine zusammengewürfelte, unausgewogene Perlenkette aufziehen lassen. Gleich der Beginn, Chopins Ballade in g-moll, op. 23, nur in einem sehr vordergründigen Sinn „romantisch“, ließ die schwierige Balance zwischen sinnlichem und seelischem Ausdruck hören, der der Klaviermusik aus und für den Salon allgemein zu eigen ist. Ein wenig mehr Virtuosengehabe, und alles versänke in einem zwar berückend sinnlich-sentimentalen Rausch, verlöre aber jede seelische Innenspannung, wäre Sinnlichkeit ohne Sinn. Der Virtuose Har-Zahav ist zu sehr Künstler, als dass er dieser Versuchung, bei immerhin frappierenden technischen Möglichkeiten, erliegen würde. Sein Programm ist aber, mit der einen Ausnahme, den Klavierstücken op. 119 von Brahms, genau an dieser Klippe angesiedelt. Nach der emotional starken, aufwühlenden Ballade von Chopin spielte der Pianist vier Einzelstücke von Sergei Rachmaninoff, zwei Preludes und zwei Etudes, hochvirtuos, nachdenklich, ein wenig pathetisch und selbstsicher bis zu einem leisen Anflug von Selbstverliebtheit und Borniertheit bei der überlegenen Bewältigung großer technischer Schwierigkeiten. Es läuft zwar nicht auf Routine hinaus, aber ohne diese schier schlafwandlerische Vertrautheit spielt das niemand so präzise und homogen.

 

Nach der Pause steht ein Block mit drei Einzelstücken von Claude Debussy im Mittelpunkt. Nach einem schnellen, sehr stilisierten Tanz („Danse“) und einem schweifenden, berückend farbigen „La plus que lente“ entfaltet Har-Zahav „L´Isle joyeuse“ zu einer Exaltation des sinnlichen Ausdrucks. Das sensualistische Geflirre ohne tiefere Bedeutung, hochartifiziell, aber seltsam steril und seelenlos, gewinnt durch die emotionale Wärme des Spiels; auch hier gelingt es dem Künstler, ein Kippen über die Klippe zu vermeiden. Die vom Ausdruck noch einmal gesteigerte „Etude d´execution transcendente“ Nr. 10 von Franz Liszt beschloss mit schier atemberaubender Virtuosität und Nachdruck und Schweiß ein Klavierkonzert mit wahllos zusammengerafften Perlen und einem Artisten, der gern Auftrumpfendes spielt, dem aber die zarte, feine, ganz und gar nicht sinnlich-äußerliche Musik von Johannes Brahms am überzeugendsten und nachhaltigsten von den Fingern ging.

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de