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Kölner Stadt-Anzeiger vom 18.11.2015

 

Technisch brillant und mit Gefühl

VON TIMM GATTER 

 

Burscheid. Das mal vorneweg: Das Klavierhaus "Piano Pyschny" war am Sonntagabend mehr als voll: Sogar einige Klavierhocker mussten noch als Stuhlersatz herhalten. Der Name Menachem Har-Zahav hatte die Freunde der romantischen Klaviermusik elektrisiert - darunter auch knapp ein Dutzend Kinder. 

 

Die Gastgeber, der Klavierbauer Martin Pyschny, seine Ehefrau Anke und Sohn Jonas - letzterer hatte sich bereits als freundlicher Parkhelfer betätigt und mit zugefasst, als der "Feurich"-Flügel behutsam an den Ort des Geschehens manovriert wurde - sorgten samt einigen Mitarbeitern für eine familiäre Atmosphäre. Bilder an den Wänden, Kerzenlicht und zwei auf den Pianisten und den Flügel fokussierte Bühnenscheinwerfer verwandelten den Verkaufsraum in einen Konzertsaal. 

 

Bevor das von seiner Agentin Vera Weston vorgestellte Ausnahmetalent mit "L'Aloutte" (Michail Glinka) sogleich das Publikum in seinen Bann zog, stellte Niklas Enzenauer den von seinem Vater Jan optimierten Flügel der Marke "Feurich" vor. 

 

Pyschny-Kollege Jan Enzenauer hat mit seiner patentierten Erfindung des Klangspiegels für mehr Transparenz gesorgt und dafür, dass der Diskant sich nicht verflüchtigt, sondern zum Ohr des Spielers reflektiert wird. Der Premiereneinsatz des Flügels kommt dem in Frack und weißer Fliege auftretenden Virtuosen sehr entgegen, denn er hat sich ein Programm vorgenommen, das die Qualität des Instruments ausreizt: Viele der von ihm favorisierten Kompositionen sind regelrecht "ausgegraben", nicht allzu oft zu hören und zudem schwer zu spielen. Das gilt insbesondere für die von Sergei Rachmaninow in frühen Jahren komponierte "Etude Tableau" (Es-moll, op.39) und "Prélude" (G-moll, op. 23). Menachim Har-Zahav erzielt in den fast schon übertrieben schwierigen Klaviersätzen eine beinahe magische Klangwirkung. 

Lustvolles Zelebrieren 

Das ist die hohe Kunst lustvollen Zelebrierens. Wenn das Ohr nicht trügt, trägt der tolle Klang des Flügels dazu bei, dass der Pianist viel mehr mit den Händen phrasiert als mit dem Pedal. Bei Rachmaninow, aber auch bei Brahms mit seinen späten "Klavierstücken Op. 119", sowie bei Kompositionen von Ravel, Chopin und Gershwin beweist der international renommierte Pianist, dass er die unglaublichsten Fingersätze in ein technisch brillantes Feuerwerk verwandeln kann. Das ist so aufregend wie außergewöhnlich: Pompös ohne Kitsch, heiter bis traurig. Aber immer mit Gefühl, Esprit und Temperament. Wie es dem Künstler gelingt, die Romantiker von zu viel einschmeichelnder Süße zu befreien, beweist er mit Debussys "Claire de lune". Sensible Klangbilder füllen den Raum.

 

Mit dem lang anhaltenden Beifall trotzt das Publikum dem gesundheitlich angeschlagenen Virtuosen noch eine Zugabe ab: Das Prelude von Gershwin. Schon in der Pause sagt bewundernd eine Zuhörerin aus Wermelskirchen: "Solche Ausnahmekünstler bereichern das Kulturprogramm dieser Stadt auf großartige Weise." Dazu tragen die Piano-Familien Pyschny und Enzenauer kräftig bei. "Das nächste Klavierkonzert findet im Mai 2016 statt", verspricht Martin Pyschny zum Schluss.

 

 

 

Westdeutsche Zeitung, 17.11.2015

 

Brillante Spielweise auf brillantem Flügel

Pianist Menachem Har-Zahav lockt rund hundert Zuhörer in das Klavierhaus Pyschny - ein Augen- und Ohrengeschenk für alle.

 

Von Ursula Hellmann

 

Burscheid. Im Klavierhaus Pyschny an der Höhestraße konnte Niklas Enzenauer am Sonntagabend Niklas Enzenauer etwa hundert Besucher zum Konzert des bekannten Pianisten Menachem Har-Zahav begrüßen. Um dem besonderen Künstler ein besonderes Instrument zur Verfügung stellen zu können, war der Flügel mit einigen neu entwickelten technischen Details ausgestattet worden.

 

Har-Zahav ist gebürtiger Israeli, wechselte aber bereits im frühen Alter mit seinen Eltern in die USA. Seinen ersten Klavierunterricht bekam er mit vier Jahren und trat mit sieben Jahren bereits öffentlich auf. An der Central Missouri University studierte er "Piano Performance". Später unterrichtete er selbst an der Lincoln-University. Als Dozent übersiedelte er nach England, später nach Deutschland. Er gibt als Solist mit oder ohne Orchester bis zu 70 Konzerte im Jahr. Ob großes Publikum oder kleinere Zuhörerschar, spielt für ihn keine Rolle. Auf seiner diesjährigen Tournee fand sich auch ein Termin für die Aufführung in Burscheid.

Zarter Anschlag bindet sofort die Aufmerksamkeit

Sein zarter Anschlag der ersten Töne nahm gleich die volle Aufmerksamkeit des Publikums ein. Nach "L’Alouette" (Michail Glinka , M. Barakirew) folgte das klassische "Claire de lune" (Claude Debussy) sowie das "Jeux d’eau" (Maurice Ravel). Es entstand der starke Eindruck, als pflückten die Hände Har Zahavs die Klänge aus der Tastenreihe wie Blumen aus einer überreich blühenden Sommerwiese und trügen sie als lebendigen Strauß vor sich her - ein Augen- und Ohrengeschenk für alle, die vorübergehen.

 

Recht nahtlos reihte der Pianist die Vortragsstücke aneinander, für den Beifall der Gäste lediglich mit kurzer Verbeugung dankend. Ohne Notenvorlage floss auch die Ballade in g-Moll, Opus 23 (Chopin) durch den Raum. Ebenso die Etude tableau es-Moll und das Prelude g-Moll von Rachmaninoff.

 

Nach dem "L’Isle Joyeuse" (Debussy) war eine zehnminütige Pause angesetzt. Den Besuchern kam sie gelegen, um das Angebot in Tonträgern und Informationen zu nutzen, für den Künstler gab sie eine gewisse Atempause, da er den Konzerttermin trotz offenkundiger Erkältungsprobleme wahrgenommen hatte.

 

Der zweite Programmteil enthielt drei Intermezzi und eine Rapsodie in Es-Dur von Johannes Brahms mit all ihren melodiösen Feinheiten und Modulationen. Mit der "Rhapsody in Blue" (George Gershwin) erbrachte Har-Zahav noch einmal den Beweis für seine brillante Spielweise und emotionale Beziehung zu seinem Instrument.

 

Was fasziniert das Publikum an einem Live-Konzert im Gegensatz zu medialen Aufzeichnungen? Hier äußerten sich einige junge Besucherinnen freimütig. Theresa Heister (15) ist besonders daran interessiert, viel über Klaviere, deren Bau und musikalische Möglichkeiten zu erfahren. Sie hatte den Vorzug, im Klavierhaus Pyschny ein Schulpraktikum zu absolvieren. Ihre Freundin empfand im ähnlichen Sinn: "Ich höre Musik immer gern, aber einen Künstler persönlich kennenzulernen und ihn beim Spielen zu beobachten, bringt eine Melodie erst richtig zum Leben!"

 

Die Tournee Har-Zahavs durch ganz NRW setzt sich am 21. November in Meerbusch, Kulturzentrum Wasserturm, fort und dauert bis Ende Februar - mit insgesamt 17 Konzerten.

 

 

 

Fränkische Nachrichten, 03.11.2015

Klavierkonzert im Barocksaal: Menachem Har-Zahav zog das Publikum in seinen Bann

Technische Brillanz und gefühlvolles Spiel begeisterten

Wertheim. Man hat selten Gelegenheit, so einen Spitzen-Klaviervirtuosen zu hören wie Menachem Har-Zahav. Dieser begeisterte am Sonntag im Barocksaal des Wertheimer Rathauses mit seinem virtuosen Spiel.

 

Har-Zahav begann mit sanften Klängen bei "L'Alouette" von dem tschechischen Komponisten Michail Glinka (1804 bis 1857). Bei der schönen Melodie mit Läufen über die gesamte Klaviatur zeigte der Musiker eine unglaubliche Fingerfertigkeit. Mit Claude Debussy (1862 bis 1918) hatte er sich den Schöpfer des Impressionismus in der Musik ausgewählt. Er ist ein Meister der Gestaltung von Stimmung, Atmosphäre und feinsten Gefühlsnuancen, wie sie in dem Werk "Claire de Lune" zum Ausdruck kommen als "Mondnacht", dem dritten Satz der viersätzigen Suite "Bergamasque" mit einer Beschwörung alter Zeiten höfischer Galanterie. Die technischen Anforderungen waren enorm.

 

Es folgte "Jeux d'eau" von Maurice Ravel (1875 bis 1937), einem Vertreter der modernen Musik. Das Publikum konnte bei den "Wasserspielen" kühne Harmonieführungen in ausgezeichneter Kompositionstechnik erleben.

Frédéric Chopin (1810 bis 1849) gilt als der Poet des Klaviers. Seine Musik ist reich an Stimmungen und Gefühlen, unruhig, zart, fröhlich und melancholisch. Das gilt auch für die von Har-Zahav vorgetragene Ballade in g-moll Nr. 1.

 

Bekannt und beliebt sind Sergei Rachmaninows (1873 bis 1943) sieben "Preludes", so auch besonders seine in g-moll, die nach der "Etude-tableau es-moll" zu hören war. Beide Kompositionen wirken aufwühlend, sind sehr gefühlsbetont.

Noch einmal erfreute der Pianist die Zuhörer mit einem Werk Debussys: "L'isle Joyeuse", die "Insel der Freuden", mit einer aufmunternden Melodie. Mit langen Applaus wurde der Virtuose in die Pause verabschiedet.

 

Diese bot Gelegenheit, Besucher nach ihren Konzerteindrücken zu fragen. Dass der Künstler auswendig spielte, war selbstverständlich. Aber vor allem wurde seine technische Brillanz bewundert, seine Griffsicherheit, wenn eine Hand rasant über die Klaviatur jagte oder beide Hände mit mächtigen Schlägen auf die Tasten niederschlugen. Auch sein gefühlvolles, zartes Spiel erfreute.

 

Nach der Pause war das Programm überwiegend mit drei Intermezzos und der Es-Dur-Rhapsodie von Johannes Brahms (1833 bis 1897). Sein erstes Intermezzo in h-moll, das im Barocksaal zu hören war, beginnt mit sich abwechselnden hohen und tiefen Tönen. Beim zweite in e-moll steht eine beschwingte Melodie am Anfang. Es geht im Allegro-Tempo in das dritte Intermezzo über, langsam verklingend.  Die Brisanz Brahmscher Rhapsodien sind bekannt. Daran fehlte es auch der in Es-Dur nicht.

 

George Gershwin (1898 bis 1937) wurde mit der "Rhapsodie in Blue" berühmt, die Har-Zahav zum Schluss hervorragend interpretierte Rhythmus und Melodik waren "von einem Guss", dramatisch und gefühlvoll.

 

Bei einer derartigen imposanten Hochleistung war der Beifall entsprechend. Noch einmal stellte Menachem Har-Zahav sein Können bei einer Zugabe unter Beweis

 

Mit gefühlvollem Spiel und technischer Brillanz überzeugte Menachem Har-Zahav bei seinem Konzert in Wertheim seine Zuhörer.

Winkler

 

 

 

Wertheimer Zeitung, 03.11.2015

Gelungener Start in die Welt von Chopin und Gershwin

http://www.main-echo.de/3865680

 

 

 

Thüringer Allgemeine, 26.10.2015

Werke von Glinka bis Gershwin in der Rathaushalle

Mit seinem Mühlhäuser Konzert „Piano Classics“ setzte der Konzertpianist Menachem Har-Zahav einen Höhepunkt der ernsten Musik

 

Mühlhausen. Mit „L’Alouette“ von Michail Glinka, „Claire de Lune“ von Claude Débussy und „Jeux d’eau“ von Maurice Ravel stellte der Meister seines Fachs, Menachem Har-Zahav, drei Musikstücke herausragender Komponisten und Pianisten des Impressionismus an den Anfang seines gut zweistündigen Konzertes. Mit der klanggewaltigen Ballade in g-Moll, Opus 23 folgte ein Werk des polnischen Pianisten Frédéric Chopin, das auch als polnische Nationalmusik gilt.

Zwei anspruchsvolle Stücke des russischen und nach der Oktoberrevolution im US-amerikanischen Exil lebenden Dirigenten und Komponisten Sergei Rachmaninoff, sowie „L’Isle Joyeuse“ von Claude Débussy komplettierten den ersten Teil des Konzertes. Letzteres hatte er schon in seinem ersten Mühlhäuser Konzert Anfang März vergangenen Jahres präsentiert.

Stücke im Konzert gegenüber gestellt

Mit diesem wohl bekanntesten Stück des Impressionismus wurde Har-Zahav der Intention seines Programms „Piano Classics“ gerecht, nämlich die am schwersten zu spielenden Klavierwerke in einem Konzert einander gegenüber zu stellen. Dazu zählten mit Sicherheit auch die drei Intermezzi und die Rhapsodie in Es-Dur von Johannes Brahms, die nach der Pause den Hauptteil des Konzertes einnahmen.

Mit einer der populärsten US-amerikanischen Kompositionen, in der Klassik und Jazz zu einander finden, beendete Har Zahav sein Konzert, der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin. Har-Zahav widmete Gershwin 2014 eine Hommage auf CD.

Har-Zahavs Talent wurde übrigens früh gefördert. Mit vier Jahren erhielt der in den USA aufgewachsene Pianist ersten Klavierunterricht, mit Sieben hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt. Er studierte und lehrte im Bundesstaat Missouri, war mit 26 schon Professor an der University of Arkansas und ist seit seiner Übersiedlung nach Deutschland als Pianist unterwegs. Seine Tournee führt ihn bis zum 31. Januar 2016 quer durchs Land. Sein Mühlhäuser Konzert war fast ausverkauft.

Michael Fiegle

 

 

NRZ und Rheinische Post, 28.09.2015

 

Durchdacht, virtuos und poetisch /

Musikalische Poesie ohne Sentimentalität

Dinslaken. Menachem Har-Zahav dürfen die Dinslakener seit fünf Jahren regelmäßig in Dinslaken erleben. So nah wie am Freitag im Dachstudio kam man ihm allerdings bis her noch nie. Der Flügel stand vor dem geschlossenen Bühnenvorhang, die erste Zuschauerreihe keine zwei Meter vom Instrument entfernt. So muss es im 19. Jahrhundert in den Salons gewesen sein, wenn sich Liszt oder Chopin die Ehre gegeben haben. Einen solchen Eindruck gewannen die Zuhörer auch akustisch. Har-Zahav spielte die Ballade in g-moll, op. 23 des Letztgenannten. Durchdacht, virtuos, sich vom Verinnerlichten ins Kraftvolle steigernd. Poesie ohne Sentimentalität. Eine Qualität, die Har-Zahavs hochkonzentriertes Spiel insgesamt ausmacht und seine Chopin-Interpretationen besonders auszeichnet.

 

Piano Classics nennt Har-Zahav sein aktuelles Programm, es spannt den Bogen von Glinka bis Gershwin. Zeitlich dazwischen ein Schwerpunkt des Abends: Impressionistische Perlen von Claude Debussy und Maurice Ravel.

Har-Zahavs Hände bewegen sich fließend über die Tastatur. Doch immer wieder verlangen die Kompositionen ein blitzschnelles Übergreifen der linken Hand, so dass man sich beim Zusehen am aufspritzende Gischt an felsigen Klippen erinnert fühlt. Eine Assoziation, die nicht soweit hergeholt ist. „Jeux d’eau“ nannte Maurice Ravel sein Klavierstück, das genau diese Verbindung schafft: Die Musik spiegelt das Fließen des Wassers wieder. Lebhaft, sich selbst umspielend, schließlich reißend und aufbrausend. Zuvor verbreitete Debussy mit „Claire de lune“ lichte Abendstimmung. Die Wiederaufnahme des Themas spielt Har-Zahav so tastend, als wolle er tatsächlich einen Mondstrahl erhaschen.

 

Nur eine Generation trennte Gershwin von Debussy. Und schon der Franzose öffnete sich dem Ragtime. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zum Jazz und wieder zurück über den großen Teich. „An American in Paris“ eröffnet den zweiten Teil des Konzertes. Autos hupen, die Großstadt verbreitet quirlige Hektik und dann folgt das angejazzte Thema, das so Gershwin-typisch im Ohr hängen bleibt.

 

Doch dies ist nicht das Finale des Abends. Die Klavierstücke Op. 119 von Johannes Brahms hat Menachem Har-Zahav für den Schluss aufgehoben. Ein Intermezzo-Thema, das zunächst etwas verloren den Weg herab kommt und dann in der Unterstimme eine echte, Halt gebende Begleitung erfährt. Ein unruhiges Stück im engen Raum, aus dem eine Melodie wie eine schöne Erinnerung entsteigt. Schließlich ein temperamentvolles Finale, dessen Feuer an die Ungarischen Tänze erinnert.

 

Applaus, Bravo-Rufe und noch einmal ein Gershwin als Zugabe.

 

Bettina Schack

 

 

 

Neue Westfälische, Lübbecke, 01.09.2015

 

 

 

Lüdenscheider Nachrichten 18.08.2015

 

Großer Beifall für Menachem Har-Zahav

Pianist interpretiert im Roten Saal klassische und moderne Kompositionen

LÜDENSCHEID  Vor erstaunlich großer Kulisse präsentierte Pianist Menachem Har-Zahav im Roten Saal des Kulturhauses sein neues Programm für die einsetzende Spielzeit, „Piano Classics“. Der Name ist in der Tat Programm, und so wandelt Har-Zahav musikalisch auf gefälligen Pfaden. Eine Bereicherung auf diesem Weg vermittelte der Block mit Werken von Debussy, Ravel und Chopin. Allen voran Debussys wohl berühmtestes Stück „Claire de lune“ aus der „Suite bergamasque“ – und schon förderte Har-Zahav den harmonischen, melodischen wie auch rhythmischen Reiz dieser Komposition stimmig zutage. 

 

Gleiches galt für Ravels nicht minder berühmtes Werk „Jeux d’eau“. Mit Chopins Ballade in g-Moll (Opus 23) wandte sich Har-Zahav erzählerischer Linie zu, überzeugte mit einer schlüssigen Interpretation des epischen Aufbaus. Dramatische Momente wirkten hierbei allerdings ein wenig verdeckt. Debussys Traumreise in eine Ideallandschaft, „Lisle Joyeuse“ versöhnte vollends mit einem Programm populärster Stücke. Das war nun wirklich dazu angetan, sich in die Hochstimmung in einer antiken Traumwelt zu versetzen. Ein hochvirtuoses Stück mit prägendem Ausdruck setzte Har-Zahav da vor der Pause als großes Versprechen für den zweiten Teil ab. Das Publikum reagierte umgehend mit Riesenbeifall.

 

Nach einem trefflichen Intermezzo mit Gershwins Werk „Ein Amerikaner in Paris“ ging es hin zu Brahms. Dessen letzte vier Klavierwerke, gebunden in Opus 119, hat Har-Zahav ins Programm mit aufgenommen. Hier riss der Pianist mit seinem Spiel hin, gestaltete vor allem die monumentale Rhapsodie in Es-Dur in einem Guss. Kompromisslosigkeit, Heftigkeit und Wut fanden ihren Ausdruck im Spiel.  usc

 

 

Schwarzwälder-Bote, 14.07.2015

Interpretationen voller Gefühl und Esprit

Von Ursula Blaich

Baiersbronn. Beim abendlichen Klavierkonzert mit dem Meisterpianisten Menachem Har-Zahav kamen Freunde klassischer Musik auf ihre Kosten. Mit einem anspruchsvollen Programm gastierte er im Rosensaal in Baiersbronn.

 

Trotz frühen Konzertbeginns und abendlicher Hitze kam eine recht stattliche Zahl von Konzertgästen in den Rosensaal, um anspruchsvolle Klaviermusik zu hören. Menachem Har-Zahav war bereits zum zweiten Mal zu Gast in der Gemeinde. Er hatte vor zwei Jahren bereits ein Konzert in Baiersbronn gegeben.

 

Einen großen Teil zu Beginn seines Programms widmete er Sergei Rachmaninoff, der neben Franz Liszt zu seinen Lieblingskomponisten zählt. Seinen musikalischen Einstieg machte Har-Zahav jedoch mit der Ballade in g-Moll opus 23 von Frédéric Chopin (1810 bis 1849) und zeigte dabei gleich seine besondere Virtuosität.

 

Har-Zahav wurde in Israel geboren, lebte aber viele Jahre in den USA. Mittlerweile ist Deutschland zu seiner Heimat geworden. Hier gibt er das Jahr über viele Konzerte und ist hauptsächlich am Wochenende fast ständig auf Tour. Bereits im Alter von vier Jahren fing er an, Klavier zu spielen. Mit sieben Jahren gab Har-Zahav seine ersten öffentlichen Konzerte. Dass er ein Weltklasse-Pianist ist, zeigte der Künstler überzeugend mit dem zehnten und zwölften Prélude sowie der Ètude Tableau opus 33 Nummer 2 und Étude Tableau opus 39 Nummer 5 von dem russischen Komponisten Sergei Rachmaninoff (1873 bis 1943).

 

Seine Interpretationen voll Gefühl, Esprit und Temperament begeisterten die Zuhörer. An den Schluss des ersten Teils setzte er die anspruchsvolle Filmkomposition "An American in Paris" des amerikanischen Komponisten, Pianisten und Dirigenten George Gershwin (1898 bis 1937).

 

Nach einer Pause waren es Werke von George Gershwin und Claude Debussy, denen Har-Zahav den zweiten Teil seines Konzerts widmete, beginnend mit "Three Preludes" von Gershwin mit den Sätzen Allegro, Andante und nochmals Allegro.

 

Leidenschaftlich und in sich gekehrt überzeugte der Pianist mit bewundernswerter Virtuosität, die die Zuhörer begeisterte. Das Publikum würdigte das große Können Har-Zahavs mit großem Applaus.

 

Mit "La plus que lente" und dem "Dance" von Claude Debussy (1862 bis 1918) schlossen sich im zweiten Teil noch zwei romantische Musikstücke an, bei der wiederum die Klasse des Meisterpianisten zur Geltung kam. Vielen Konzertgästen bekannt waren die verschiedenen Interpretationen der "Rhapsody in Blue" von Gershwin, mit denen Menachem Har-Zahav den offiziellen Konzertteil beendete. Ein langer Schlussapplaus zeigte dem Pianisten, dass das Publikum noch nicht genug hatte und eine Zugabe gewünscht ist.

 

 

 

Trierischer Volksfreund, 2.6.2015

Ein Meisterpianist und 40 Zuhörer

(Bitburg) Er spielt die Töne nicht nur, er fühlt sie. Der Pianist Menachem Har Zahav hat seine Zuhörer im Beda-Haus Bitburg mitgenommen auf eine musikalische Reise. Ein Konzert-Erlebnis, das aber nur etwa 40 Zuschauer anlockte.

 

Bitburg. Menachem Har Zahavs Spiel ist technisch brillant, seine Gershwin-Interpretationen finden weltweit Beachtung. Das Gastspiel im Beda-Haus Bitburg hätte mit Sicherheit mehr Zuhörer verdient. Lediglich etwa 40 Zuhörer sind in das Beda-Haus Bitburg gekommen, um der Musik des Meisterpianisten zu lauschen.

 

Der Mann mit dem charakteristischen Ohrring ist für das Klavierspiel geboren, bereits mit vier Jahren erhielt er Klavierunterricht, im Alter von sieben Jahren gab er sein erstes öffentliches Konzert. Der israelisch-amerikanische Klaviervirtuose reist mit seinem aktuellen Programm, in dem er Kompositionen von Chopin, Rachmaninoff, Debussy und Gershwin in einem großartigen Konzerterlebnis bündelt, durch seine Wahlheimat Deutschland.

 

Kritiker loben Menachem Har Zahav in den höchsten Tönen für seine Technik, die wahnwitzige Geschwindigkeit der Melodieläufe und die ungeheure Klangfülle, die er dem Flügel wie kaum ein anderer zu entlocken vermag. Doch da ist mehr: Zahav lebt jeden Ton der harmonisch verschlungenen und anspruchsvollen Kompositionen Gershwins oder Rachmaninoffs. Im Gegensatz zu den vielen technisch hochbegabten Pianisten dieses Planeten besitzt er etwas, das man nicht einfach lernen und üben kann. Es ist die Hingabe und die Fähigkeit, Musik lebendig und gefühlvoll zu interpretieren - und das neben all der Konzentration, die für die Werke dieses Abends notwendig ist. Das äußert sich in seiner Körpersprache, wenn er leichtfingrig die unglaublichsten Läufe aus der Tastatur holt und zum abschließenden Ton die Arme ausbreitet. Das äußert sich auch in den Passagen, die er leise mitzusingen scheint und in denen er in sich versunken den Tönen nachlauscht, die er soeben in die Welt gesetzt hat. Wie alle großen Musiker ist er in diesen Momenten eins mit seinem Instrument, die Außenwelt ist ausgeschlossen. now

 

 

 

Aachener Zeitung 01.06.2015

 

Meisterpianist erntet viel Applaus

Menachem Har-Zahav kommt als Wiederholungstäter in die Schlosskapelle zurück und begeistert seine Zuhörer mit seinem hochkonzentriertem und gefühlvollem Spiel. Angebot an die Jugend kommt nicht an.

 

Jülich. Nur der außergewöhnliche Musikgenuss spielte eine Rolle im Konzert des israelisch-amerikanischen Klaviervirtuosen Menachem Har-Zahav, der bereits mehrmals in der Schlosskapelle spielte. Bis auf den Zwischenapplaus zu vorgegebenen Zeiten, als der Meister aufstand und sich vor seinem Publikum verbeugte, war es mucksmäuschenstill, kein Räuspern, kein Husten, keine Anmoderation der Stücke. Hochkonzentriert, voller Gefühl und in technischer Perfektion brachte Har-Zahav ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von Chopin, Rachmaninoff, Gershwin und Debussy zu Gehör. Gerne glaubt der Zuhörer, dass der Klaviervirtuose sein erstes öffentliches Konzert bereits mit sieben Jahren gab. Weil er auch die Jugend für klassische Musik begeistern will, hatten Kinder und Jugendliche freien Eintritt, ein Angebot, das nur wenige nutzten.

 

Mit der ersten Ballade Frédéric Chopins in g-moll, Op. 23 startete Har-Zahav sein Repertoire. Ergriffen lauschte sein Publikum der ungewöhnlichen Schönheit der melodischen Themen nach der strengen und majestätischen Einleitung. Es folgten zwei der 24 Préludes der spätromantischen Klaviermusik von Sergei Rachmaninoff, Op. 32, Nr. 10 und 12 und zwei "Études-Tableaux" , eine von Rachmaninoff geschaffene Gattung. Hier verschmilzt die Konzertetüde mit der bildhaft inspirierten Tondichtung. Aus Opus 33 spielte Har-Zahav die zweite, aus Opus 39 die fünfte Etüde. Als letztes Stück in der ersten Konzerthälfte brachte der Klaviervirtuose die bekannte, für Orchester geschriebene George Gershwin-Komposition " An American in Paris" zu Gehör.

 

Mit seinen " Three Preludes" war der US-amerikanische Komponist, Pianist und Dirigent auch der erste interpretierte Komponist der zweiten Konzerthälfte. Die erste der Präludien steht in B-Dur und ist im Charleston-Rhythmus gehalten, die zweite in cis-Moll stellt eine Art Blues dar, die dritte ist als schneller Foxtrott in es-Moll komponiert. Weiter ging es mit Claude Debussys " La plus que lente danse" (der noch langsamere Tanz) ein Walzer, der eigentlich nicht dazu gedacht war, gespielt zu werden. Im Anschluss interpretierte Har-Zahav das hochvirtuose Klavierstück " L' Isle Joyeuse" (die fröhliche Insel), eines der berühmtesten Klavierwerke des französischen Pianisten. Auch die zweite Konzerthälfte endete mit einem bekannten Gershwin-Stück, nämlich " Rhapsody in Blue" , das Jazz und konzertante Sinfonik verbindet. Lang anhaltender Applaus des begeisterten Publikums belohnte den Meisterpianisten. (ptj)

 

 

 

 Güstrower Anzeiger, 29.04.2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Osterholzer Kreisblatt, 01.04.2015

 

Der amerikanische Pianist Menachem Har-Zahav gastiert auf Gut Sandbeck

Große Klassik ohne Mätzchen

Peter Otto 01.04.2015

 

Zu Beginn erzählte er lebhaft und spannungsreich eine Ballade (g-moll) von Frederic Chopin, der von 1810 bis 1849 gelebt hat. Dabei formte Menachem Har-Zahav kunstvoll die dramatischen Wendungen des erzählenden Liedes gefühlvoll aus.

 

Vier relativ kurze Stücke, die Preludes op. 32 Nr. 12 und10 sowie die Etudes Tableau op. 33 Nr. 2 und op. 39 Nr. 5, von Sergei Rachmaninoff (1873 bis 1943) folgten. Es sind einfache Kostbarkeiten, wobei die Etudes in ihrer breiten Harmonik, in ihren Tonkaskaden und Klangclustern stark an US-amerikanische Filmmusik erinnern.

 

Begeisterter Beifall

 

In seiner clownesken Tondichtung „An American in Paris“ von 1928 steppt George Gershwin (1898 bis 1937) musikalisch durch die Lichterstadt an der Seine. Die wesentlich vom Jazz beeinflusste Harmonik und ungewöhnliche Rhythmusänderungen beschreiben die unbekümmerte Neugier des Touristen, der arglos durch Paris stolziert, stolpert und tanzt. Menachem Har-Zahav bewältigte die vertrackten Tempowechsel in der von William Daly arrangierten Klavierfassung mit souveränem Zeitgefühl und Taktempfinden sowie technischer Bravour.

 

Einfühlsam stattete der Pianist drei Preludes von Gerschwin nach der Pause mit der ihnen eigenen Charakteristik aus – blueshaft, temperamentvoll und besinnlich.

 

Drei Stücke von Claude Debussy, der von 1862 bis 1918 lebte und wirkte, ein parodistischer Salonwalzer, ein in unbeschwerter Absichtslosigkeit schwebender Tanz und das impressionistische Paradestück „L’Isle Joyeuse“ mit perlenden Läufen und zarten Kantilenen, glissandohaften Arpeggien und dynamischen Veränderungen gestaltete Har-Zahav mit leichtem Anschlag zu anmutigen, zauberhaften Klangerlebenissen.

 

Am Ende stand das Paradestück der Broadway-Konzertszene, die „Rhapsody in Blue“ aus dem Jahr 1924 von George Gershwin. Mit differenzierter Anschlagskunst erzeugte der Pianist eine glitzernde Farbvielfalt im Wechsel zwischen kraftvoll virtuoser Dynamik und nachdenklich ausgesponnener Poesie. Menachem Har-Zahav ist während des Konzertes völlig in sein Spiel vertieft. Dabei kommt er ohne jene Mätzchen aus, die man zuweilen bei einigen seiner Kollegen ertragen muss. Das volle Haus belohnte den Solisten mit begeistertem Beifall.

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de