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Wertheimer Zeitung 22.11.2016 

Ein wortkarger Profi an den Tasten

Meisterpianist: Menachem Har-Zahav spielt mit technischer Perfektion und wagt sich an ein unspielbares Stück

http://www.main-echo.de/4317246

 

 

 

General-Anzeiger Bonn, 15.11.2016

Klassik in Ahrweiler

Virtuosität und Verträumtheit

AHRWEILER. Im Fokus des Konzerts von Pianist Menachem Har-Zahav in der ehemaligen Synagoge Ahrweiler standen die „Russischen Romantiker“, darunter auch Komponisten, die sonst eher selten in Konzertprogrammen zu finden sind.

Das gut besetzte Haus verzauberte der in Israel geborene Wahl-Deutsche mit einer gekonnten Mischung aus hochanspruchsvoller Virtuosität und innigem Klavierton, der mehr als einmal zu ausgiebigem Träumen einlud.

 

Wenn eine Erkenntnis dieses Abends übrig blieb, dann diese, dass die russischen Komponisten Meister der Kontraste gewesen sind. Schon die verhältnismäßig einfache Tarantella von Mili Balakirew präsentierte sich als kontrastreiches Tanzstück, das es Interpret wie Publikum ermöglichte, in diese besondere Klangwelt einzutauchen. Es folgten zwei Etüden von Alexander Skrjabin. Unter Etüde darf man sich dabei jedoch kein Übungsstück für junge Pianisten vorstellen, sondern hochkomplexe Kompositionen, die jeweils einen Aspekt der Klaviervirtuosität in den Fokus stellen. In op. 2,1 musste Har-Zahav höllisch aufpassen, dass sich seine Finger in der engen Lage nicht gegenseitig in die Quere kommen und die Oktaven von op. 8,12 verlangten eine gehörige Portion Zielwasser.

 

Der Tastenakrobat glitt ohne Mühe durch die Stücke und hinterließ oft ein ungläubiges Publikum, das folgerichtig umso lauter applaudierte. Kernstück der ersten Hälfte war die Dumka op. 59 von Pjotr Tschaikowski. In Wellenbewegungen wurde die gesamte Klaviatur durchmessen und mit unterschiedlichsten Bildern ein großes Panorama geschaffen. Zu mittelalterlichen Klängen konnten die Zuhörer die Augen schließen, wurden jedoch mit dem verstörenden Schluss ziemlich im Regen stehengelassen. Zum Glück folgte der Walzer op. 40,8, der zwar auch nicht ungetrübt daherkam, im Vergleich zum Vorgängerstück jedoch als Befreiung wahrgenommen wurde.

 

Auch Sergei Ljapunow hat sich der Kompositionsart der Etüde gewidmet. In seiner Carillon aus der „Étude d’execution transcendante“ op. 11,3 wird in verschwimmenden Klängen ein Wechselspiel zwischen Höhe und Tiefe zelebriert. Die Herausforderung war es, in diesem gewollten Versteckspiel die Melodie nicht zu verlieren. Lohn der Mühe war wiederum ein facettenreiches Bild, das jedem Besucher sein ganz eigenes Klangerlebnis schenkte.

 

Balakirews „Islamey“ kam als großartiger Ritt daher, der durch zahlreiche Ruhepunkte tiefer Innigkeit und Verträumtheit unterbrochen war. Ging zunächst ein Staccato-Feuerwerk über das Publikum hinweg, wurde in immer neuen Anläufen eine Abendstimmung besungen, welche besonders gut zum grauen Wetter vor den Scheiben passte. Mit Sergei Rachmaninows Sonate Nr. 2 op. 36 fand das Konzert seinen letzten Höhepunkt. Wilde Läufe, wuchtige Akkorde und eine herbe Lieblichkeit, wie sie charakteristisch ist für die russischen Komponisten, ließen keine Wünsche offen.

 

Das begeisterte Publikum entließ Har-Zahav nicht ohne Michail Glinkas „Die Lerche“ als Zugabe in den Feierabend. (Sebastian Kirschner)

 

 

 

 

Ruhrnachrichten, 31.10.2016

 

 

 

Werner Anzeiger, 31.10.2016

 

 

 

Hinterländer Anzeiger, 25.10.2016

 

Meisterpianist würdigt Rachmaninoff

Konzert Menachem Har-Zahav sorgt mit romantischen Werken für Gänsehaut beim Gladenbacher Publikum

 

Gladenbach. Mit einer musikalischen Reminiszenz an die russische Romantik hat der Konzertpianist Menachem Har-Zahav in Gladenbach begeistert. Anderthalb Stunden lang bewies der 49-Jährige, dass er zu Recht als einer der Meisterpianisten unserer Zeit gilt.

 

Einen der Höhepunkte des Programms stellte dabei Har-Zahavs Interpretation von Rachmaninoffs Sonate Nr. 2 in b-Moll, Op. 36 da. Mit diesem Werk brachte er den Facettenreichtum der russischen Klaviermusik der Romantik zum Ausdruck: Dunkel pulsierende Akkorde im Wechsel mit virtuosen Läufen, deren Brillanz den Zuhörern beinahe den Atem raubte, sowie ruhig-fließende Passagen, die sich immer wieder bis zu einem ekstatischen Ausbruch steigerten und in einem meisterhaften Crescendo auflösten.

 

Damit ließ der Pianist, der bereits seit seinem vierten Lebensjahr Klavier spielt und sein erstes öffentliches Konzert im Alter von sieben Jahren gab, keinen Zweifel daran, dass er auch eines Meisters wie Rachmaninoff würdig ist. Dessen diffizil durchkomponiertes Klavierkonzert wurde früher gerne mit dem Prädikat „unspielbar“ belegt.

 

Die routinierte Gelassenheit, mit der Har-Zahav dabei die Energie aus dem Klavier zähmte und in eine vielfarbige, grandiose Form goss, beeindruckte das Publikum im Gladenbacher Haus des Gastes so sehr, dass dem musikalischen Höhepunkt ein weiteres Werk als Zugabe folgte, das kaum besser hätte gewählt sein können.

Mit Balakirews „L’Alouette“ kontrastierte Har-Zahav das vorangegangene Stück und präsentierte den Zuhörern eine sanft-einfühlsame Melodie. Diese spiegelte nicht nur bravourös die Melancholie der russischen Romantik wider, sondern passte auch perfekt in die Tristesse des Herbstes.

 

Ohnehin hatte zuvor schon mit „Islamey“ ein anderes Stück Balakirews das Publikum mit einem erhabenen Gefühl in die Pause entlassen.

 

Dabei hatte Har-Zahav meisterhaft gezeigt, wie vielfarbig die russische Klaviermusik sein kann: Von filigraner Leichtigkeit bis hin zu wuchtigen Gewaltausbrüchen, wobei es dem Pianist atemberaubend gelang, beiden Seiten genügend Raum zu bieten, sich entfalten zu können.

 

Ein wenig schade mutete das mangelnde Interesse an dem Konzert des Ausnahmepianisten an. Nicht einmal 30 Zuhörer hatten den Weg in das Haus des Gastes gefunden und ließen sich von den Klängen der „Russischen Romantiker“ verzaubern.

 

 

 

 

Rhein-Zeitung,  12. Oktober 2016

 

 

Rheinische Post Dinslaken, 10.10.2016

 

Ein Dienst an den Komponisten

Dinslaken. Der Meisterpianist Menachem Har-Zahav gastiert im Ledigenheim Lohberg mit Werken russischer Romantiker und begeistert seine Zuhörer.

 

Die dunklen Akkorde scheinen im Nachhall des Flügels zu schweben. Stufe um Stufe heben sie sich empor, dann schlagen helle, schnelle Töne an wie die Melodie eines Glockenspiels. Schon in den ersten Takten ist die Étude d'exécution transcendante Opus 11 Nr. 3 Carillon ein klanglich faszinierendes Stück. Aber Sergei Ljapunow (1859 bis 1924) hatte mit dem Stück aus seiner im Jahr 1900 entstandenen Etüden-Folge spieltechnisch noch ganz anderes im Sinn: die Stimmen multiplizieren sich derart, dass man glaubt, ein anspruchsvolles Stück für Klavier vierhändig zu hören.

 

Unglaublich, dass man diesen Klangrausch mit nur zehn Fingern erzeugen kann. Aber dafür gibt es ja Meisterpianisten. Einer von ihnen ist Menachem Har-Zahav. Er präsentierte am Samstag Carillon im Ledigenheim Lohberg in einem ausschließlich den russischen Romantikern gewidmeten Abend. Ein weiterer Beweis des Könnens des in den USA ausgebildeten Pianisten nach seinen Konzerten von Chopin bis Gershwin in den zurückliegenden Jahren.

 

Har-Zahav beginnt sein Programm mit der Tarantella von Mili Barakirew (1837 bis 1910), dessen technisch waghalsiges "Islamey" krönender Abschluss des ersten Teils wird. Der Rhythmus der Tarantella ist italienisch, die Tonalität aber weist klar in die Zeit kurz nach 1900. Und wer je eine historische Aufnahme aus diesen Jahren gehört hat, erkennt, was Har-Zahavs meisterliches Spiel ausmacht: Es klingt so authentisch. Es gelingt ihm, das darzustellen, was da ist, nicht das, was man hineininterpretieren kann.

 

Ein Dienst an den Komponisten, deren Einfälle doch auch spannend genug sind. Mit "Dumka", Opus 59 scheint Peter Tschaikowski den Kompositionsvorgang vom Erinnern an eine Melodie, dem Ausloten der Begleitung bis zum fertigen Stück selbst zum Inhalt des Stücks gemacht zu haben. Bei aller Werktreue, Har-Zahav begeistert aber auch gerne mit eigenen Bearbeitungen. Der zweite Teil des Abends war der Sonate Nr. 2 in b-moll, Opus 36 von Sergei Rachmaninoff vorbehalten. Das Stück von 1912 wurde von Rachmaninoff selbst 1931 überarbeitet, Har-Zahav kombinierte das Material aus beiden Fassungen neu. Viel Applaus, für den sich der Pianist mit Balakirews lyrischer "L'Alouette" bedankte.

(bes)

 

  

 

 

 

 

 

Aachener Zeitung 19.04.2016

Meisterpianist Menachem Har-Zahav spielt „Piano-Classics“

Von: Renate Kolodzey

 

Übach-Palenberg. Geboren im israelischen Tel Aviv emigrierte Menachem Har-Zahav mit seinen Eltern im Alter von nur sechs Wochen in die USA nach Kentucky. Auch hier zog er mehrfach um und bekam mit vier Jahren ersten Klavierunterricht. Sein großes Talent wurde schnell erkannt, und bald darauf begleitete seine Ausbildung ein Universitätsprofessor.

 

Mit sieben Jahren konzertierte er zum ersten Mal öffentlich, und später studierte er „Piano Performance“ an der Central Missouri State University und gewann zahlreiche Klavierwettbewerbe. Nach seinem Master-Abschluss wurde er Dozent an der Lincoln University, und später an der University of Arkansas, wo er mit 26 Jahren die Leitung der Klavierfakultät übernahm.

 

Ein Doktorandenstudiengang führte ihn schließlich ins englische York, wo er seine deutsche Frau kennenlernte und nach einigen Jahren in deren Heimat übersiedelte. Seit acht Jahren lebt Har-Zahav mit seiner Familie, zu der auch sechs Kinder gehören, in Velbert im Ruhrgebiet. Bei seinen rund 60 Konzerten pro Jahr im In- und Ausland, teils mit Orchester, ist es ihm immer ein Anliegen, auch Jugendliche an die klassische Musik heranzuführen.

 

Bereits zum vierten Mal gastierte der 48-Jährige nun im Schloss Zweibrüggen, diesmal mit „Piano Classics“. Martina Waliczek vom Kulturamt der Stadt, die die Veranstaltung organisierte, hieß ihn und die rund 60 Gäste, darunter den zweiten Bürgermeister Peter Fröschen nebst Gattin, herzlich zum „Wohnzimmerkonzert“ in der guten Stube der Stadt willkommen.

 

Der Künstler verstand es gleich zu Beginn, die Zuhörer mit „L‘Alouette“ (Die Lerche) von Michail Glinka/Mily Balakirew und wehmütigen, wie auch kraftvollen Klängen zum Träumen zu verleiten. „Clair de Lune“ (Mondnacht) von Claude Debussy setzte dieses Eintauchen in eine andere Welt fort: Geradezu magisch war der virtuose Vortrag – die technischen Anforderungen meisterte er spielerisch, und sensible Klangbilder, als wolle er einen Mondstrahl erhaschen, füllten den Saal.

In „Jeux d‘eau“ (Wasserspiele) von Maurice Ravel interpretierte der Vollblutmusiker leidenschaftlich die wilden Bewegungen des Wassers, so dass die Zuhörer sie in Gedanken mitverfolgen konnten. Kein Wunder, dass es nach diesen nahtlos aneinandergereihten Stücken einen Riesenbeifall gab.

 

Die klanggewaltige „Ballade in g-moll, Op. 23“ von Frédéric Chopin steigerte Har-Zahav grandios ins Dramatische. „Etude Tableau in es-moll, Op. 39, Nr. 5“ sowie „Prelude in g-moll, Op. 23 Nr. 5“ von Sergei Rachmaninoff, seinem Lieblingskomponisten, brachten fast die Schlossmauern zum Beben, so gewaltig und intensiv bot er beide Stücke dar.

 

„L‘Isle Joyeuse“ (Insel der Freude) von Claude Debussy interpretierte er hingegen sensibel und feinsinnig, und so wie man bei der „Mona Lisa“ keinen Pinselstrich sieht, hörte man bei Har-Zahav keine störenden Übergänge. Das Publikum, das die Stücke teils mit geschlossenen Augen genoss, verabschiedete ihn unter einem langen Applaus in die Pause.

 

Danach ging es weiter mit Johannes Brahms und dessen vier „Klavierstücken Op. 119“ mit herben, aber auch heiteren und temperamentvollen Passagen, wobei der Starpianist geradezu mit seinem Instrument verschmolz.

 

Hier wie auch im fulminanten Finale mit Geoge Gershwins „Rhapsody in Blue“ zeigte sich nochmals sein großes Können in allen Facetten: Er spielte mit beiden Händen übereinander oder über Kreuz, schuf mit differenziertem Anschlag virtuose Dynamik und feine Poesie.

 

Fast konnte man mit den Augen den Bewegungen seiner Finger nicht mehr folgen, und das staunende Publikum honorierte sein Können mit Bravo-Rufen und viel Applaus und freute sich über die Zugabe „Etude“ von Alexander Screabin.

 

 

Die Konzertbesucher im Schloss Zweibrüggen beklatschen begeistert Meisterpianist Menachem Har-Zahav. Foto: Renate Kolodzey

 

 

 

Thüringer Allgemeine, Bad Langensalza, 29.03.2016

Romantische Stücke am Ostersonntag

Mit „Piano-Classics“ kam gefeierter Klavier-Virtuose Menachem Har-Zahav ins Friederikenschlösschen in Bad Langensalza

 

Von Michael Fiegle

 

Bad Langensalza. Zum dritten Mal gastierte der aus dem Mittleren Westen der Vereinigten Staaten stammende Konzertpianist Menachem Har-Zahav in Bad Langensalza. Am Ostersonntag kam er mit einer Auswahl ebenso schwieriger wie schöner Klassiker der Klaviermusik wieder ins Friederikenschlösschen.

 

Passend zum Frühling begann er sein etwa anderthalbstündiges Konzert mit „L’Alouette“ von Michail Glinka. Übersetzt heißt das Stück „Die Lerche“. Wie im Flug der Lerche ließ Har-Zahav dabei auch seine Finger über die Klaviatur gleiten. Mit „Claire de lune“ und „L’isle Joyeuse“ von Claude Débussy, „Jeux d’eau“ von Maurice Ravel und der Ballade in g-Moll von Fredéric Chopin folgten weitere Stücke von Romantikern und Impressionisten des 19. Jahrhunderts. „Etude tableau“ in es-Moll, vom Schwierigkeitsgrad

her gesehen alles andere als eine Klavierübung, und das Prélude in g-Moll des großen russischen Pianisten Sergei Rachmaninoff beendeten den ersten Teil des Konzertes.

 

Teil zwei war mit vier Klavierstücken dem Romantiker Johannes Brahms gewidmet, während die ganze Wucht der „Rhapsody in Blue“, der bekanntesten Klavier-Komposition des US-Amerikaners George Gershwin den Schlussteil des Konzertes prägte. Mit diesem Werk in Orchesterbegleitung machte sich Har-Zahav bereits als Sechszehnjähriger einen Namen als Klavier-Virtuose.

 

„Mir hat die Chopin-Ballade am meisten gefallen“, befand die 9-jährige Hanele aus Höchstadt an der Aisch. Sie war mit ihrer Familie auf Osterbesuch bei der Mühlhäuser Oma. Seit vier Jahren lernt sie Klavierspielen. Sie freute sich, dass sie einen Platz in der ersten Reihe hatte, wo sie dem Pianisten am besten beim Spiel zuschauen konnte. Auch Har-Zahav begann einst als 4-Jähriger mit Klavierspielen.

 

„Das war das Filetstück der Klaviermusik“, begeisterte sich ein musikalisches Ehepaar aus Issersheilingen. „Wir haben uns sehr gut entspannt“, sagte eine Frau aus Schönstedt.

 

„Das war ein schöner Abschluss des Osterfestes mit Familie.“ „Wir hatten die Wahl zwischen Klavierkonzerten in Schloss Molsdorf und Bad Langensalza“, erzählte ein Erfurter, der selbst Klavier spielt und sich mit seiner Ehefrau dann für das Konzert von Har-Zahav entschied. Ihm gefiel die frühe Anfangszeit. „Wir hatten dann noch genug Zeit, um in Bad Langensalza essen zu gehen.“ Trotz der Unterstützung durch Publikum von außerhalb war der Konzertsaal im Friederikenschlösschen nur halbvoll. Auch im kommenden Jahr wird Menachem Har-Zahav mit einem Konzert in Bad Langensalza gastieren, dann allein mit Werken russischer Romantiker.

 

 

Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 23. Februar 2016

Meisterpianist spielt Klassik-Höhepunkte

Dormagen. Der Konzertpianist Menachem Har-Zahav ist in Dormagen längst kein unbekannter Musiker: In Tel Aviv geboren, in den USA aufgewachsen, lebt er seit vielen Jahren in Deutschland und besucht auf seinen Konzerttourneen regelmäßig die Chemiestadt.

 

Gleichwohl war jetzt bei seinem Programm "Piano Classics" in der Kulturhalle an der Langemarkstraße die Zuhörerschar recht übersichtlich. Da Har-Zahav zu seinen Konzerten Besuchern unter 18 Jahren freien Eintritt gewährt, war aber der Anteil an Kindern und Jugendlichen hoch. Der Pianist begann mit poetischen Naturbildern, etwa den Volksweisen nachempfundenen Variationen "Die Lerche" des russischen Komponisten Michail Glinka, der reinen Mondscheinsymbolik "Claire le lune" von Claude Debussy und den aufregenden Tremolo-Ekstasen zu Beginn des "Jeux d'eau", in dem Maurice Ravel Wasserläufe plätschern und sprudeln lässt. Schön war, dass das Publikum diese drei Naturbilder als Einheit betrachtete und nicht durch Beifall unterbrach.

 

Von Debussy spielte Menachem Har-Zahav auch das Virtuosenstück par excellence "L'isle joyeuse". Nach lydischem Triller entfaltet sich die glückliche Insel zum Traum, ist aber "schwere Kost" für jeden Virtuosen. Diesen Anforderungen wurde der Interpret mit Perfektion in ruhiger Gelassenheit gerecht. Das reichte natürlich auch für die düstere g-Moll-Ballade (op. 23) von Frédéric Chopin. Die beiden Werke von Sergej Rachmaninow überzeugten hingegen nicht. Das "Prélude g-Moll" (op. 23,5) blieb trotz der Klangfülle stereotyp, und op. 33,5 aus den "Ètudes-Tableaux" war glamouröse Virtuosenmusik. Dafür war auch der Flügel in der "Kulle" nicht geeignet, im Bass knallte es.

 

Weitaus schöner die drei Intermezzi und die Rhapsodie op. 119, den letzten Klavierwerken von Johannes Brahms.

 

Mit Empfindsamkeit steigert der Interpret seinen Vortrag vom ersten, lyrisch schlichten Intermezzo zur heroischen Rhapsodie. Selten fehlt in seinen Konzerten Musik von George Gershwin. Seine jazzige "Rhapsody in Blue" war nach dem Motto "Wiederhören macht Freude" brillant gespielt, ebenso wie die Zugabe aus den "Three Preludes" des gleichen Komponisten und ebenfalls in "a jazz idiom". Das begeisterte die Zuhörer.

(Nima)

 

 

 

 

Murrhardter Zeitung 16.02.2016

Melodien wie Erzählungen

Der Pianist Menachem Har-Zahav überzeugte beim Auftritt im Heinrich-von-Zügel-Saal mit seinen Interpretationen

 

Von Petra Neumann

 

MURRHARDT. Manchmal gibt es Pianisten, die nicht einfach nur spielen, sondern jeden Ton durch die schiere Berührung der Tasten neu generieren. Dazu gehört auch Menachem Har-Zahav, der einen großartigen Auftritt im Heinrich-von-Zügel-Saal absolvierte. Seine Interpretationen von bekannten Werken waren äußerst interessant und so vielschichtig, dass die Melodien Erzählungen gleichkamen.

 

Den Auftakt seines Programms Piano Classics bildete „L’Alouette“ von Michail Glinka (1804 bis 1857) und Mily Balakirew (1836 bis 1910). Das Werk beginnt wehmütig, so als wollte das Thema die Geschichte der Lerche gleich vorwegnehmen. Der Pianist spielte die Melodie sehr gefühlvoll und ausdrucksstark und ließ sie zu berauschend schönen Kadenzen geraten.

 

„Claire de Lune“ von Claude Debussy (1862 bis 1918) ist ein ganz sphärisches und magisches Stück, das den Vorhang zu einer anderen Erfahrungswelt lüftet. Der Komponist verstand es meisterhaft, das Spiel der reflektierten Lichtwellen als nahezu elfischen Tanz in Musik umzusetzen. Dieses Naturschauspiel ist Teil einer großen kosmischen Ordnung, und dies wird gegen Ende durch eine wissende Gelassenheit ausgedrückt.

 

Als zweites Element wurde das Spiel des Wassers vorgestellt, und zwar mit dem „Jeux d´eau“ von Maurice Ravel (1875 bis 1937). Menachem Har-Zahav veränderte seinen Anschlag so, dass er äußerst klar wurde, unpersönlich und selbstvergessen. Die Melodie schien selbst zu einem Wasserlauf zu werden, der alles im wilden Spiel umspült und rastlos weitereilt, bis sich so viel vereinigt hat, dass der Strom schließlich träger und gesetzter wird.

 

Große Gefühle kostete der Musiker mit der „Ballade in g-Moll, Op. 23“ von Frédéric Chopin (1810 bis 1849) sowie der Étude Tableau in es-Moll, Op. 39“ und dem „Prélude in g-Moll, Op. 23 Nr. 5“ von Sergei Rachmaninow (1873 bis 1943) aus. Der Pianist ließ die Wucht und die Intensität des Ernstes, die diese Stücke ausdrücken, manifest werden. Die Emotion geriet zur verzehrenden Leidenschaft, die mit etwas Zerstörerischem einhergeht.

 

Entgegen des Titels „L’Isle Joyeuse“ (Die glückliche Insel) von Claude Debussy ist die Notenfolge nicht nur freudevoll und paradiesisch. Vielmehr lässt sie diese Insel gleichsam in die Ferne rücken, so als wäre sie nichts weiter als ein unerfüllbarer Traum. Wie Perlen rollten die Töne dahin, um später zu zerplatzen und damit subtil die Fragilität der Freude anklingen lassen.

 

Mit den Klavierstücken Op. 119 von Johannes Brahms (1833 bis 1897) konnte der Klaviervirtuose seine romantische Seite ausleben. Sehr sensibel drückte er den Geist des musikalischen 19. Jahrhunderts aus, um dann mit der „Rhapsodie in Blue“ von George Gershwin (1898 bis 1937) ein ganz anderes Kapitel aufzuschlagen: Das eines aufstrebenden Amerikas. Seine Version war ungemein dynamisch, psychologisch durchdacht und der Intension des Komponisten adäquat. Mit der Mechanisierung des Lebens verändert sich die Qualität der Musik. Die Noten werden in kleine Teilchen zersplittert, die von Aufschwung und Dynamik künden. Mit seiner Interpretation feilte Menachem Har-Zahav jede Feinheit heraus und machte aus der Rhapsodie eine fesselnde Story.

 

Der Konzertabend in Murrhardt war ein eindrucksvolles Hörerlebnis, das dem Publikum bekannte klassische Werke in einem anderen, faszinierenden Licht erscheinen ließ.

 

 

 

Schwarzwälder Bote, 16.02.2016

Mit Menachem Har-Zahav in die Zeit der Romantik

 

Konzert - Pianist spielt erstmals im Dorfsaal Holzbronn / Zweiter Teil des Abends gehört Johannes Brahms

 

Calw-Holzbronn. Er ist ein talentierter Ausnahmekünstler und spielt bei seiner Deutschlandtournee auch immer wieder gerne in Calw. In diesem Jahr fand das exzellente Klavierkonzert von Menachem Har-Zahav erstmals im Holzbronner Dorfsaal statt.

 

"Wir können in Calw nicht mehr ins Hesse-Museum, weil der Saal einheimischen Künstlern vorbehalten ist", bedauerte Vera Weston, die Agentin des Künstlers. Der Holzbronner Dorfsaal sei jedoch eine wunderschöne Alternative, fügte sie sichtlich zufrieden hinzu. Rund 100 Musikfreunde, darunter mehrere Kinder, waren in den kleinen Höhenstadtteil gekommen und sollten es nicht bereuen.

 

Har-Zahav hatte sein Klavierkonzert unter das Motto "Piano Classics" gestellt. Er begrenzte die Auswahl seiner Stücke jedoch auf die Zeit der Romantik und des Impressionismus. Schon beim Auftakt mit Michail Glinkas stimmungsvoller Komposition "L"Alouette" (Die Lerche) zeigte der Pianist große Empfindsamkeit bei seiner oft geradezu tonmalerischen Inter-pretation. Auch bei den Stücken "Claire de lune" und "L"Isle Joyeuse" von Claude Debussy interpretierte der Künstler äußerst sensibel und feinsinnig. Damit wurde er der impressionistischen Epoche voll gerecht, in der gerne Umwelteindrücke und Stimmungen verinnerlicht und in künstlerischen Ausdrucksformen wiedergegeben wurden.

 

Schnell hatten profunde Kenner der Klaviermusik bemerkt, dass mit Har-Zahav ein wirklicher Meister am Flügel zugange war. Denn dem erfahrenen Pianisten wurde neben feinfühliger Interpretation immer wieder ausgefeilte virtuose Technik abverlangt. So präsentierte er neben kraftvoll virtuosem Spiel auch einfühlsame Anmut. Frédéric Chopins Ballade in g-moll war so ein Stück, bei dem der Musiker wegen der vielseitigen musikalischen Anforderungen zu pianistischen Höchstleistungen auflief.

 

Der zweite Teil des Abends gehörte mit mehreren Sätzen dem Komponisten Johannes Brahms und dessen Op. 119. "Es wimmelt nur so von Dissonanzen. Es ist, als ob man Melancholie aus jeder einzelnen Note saugen wollte, aus Wollust und Behagen aus besagten Dissonanzen." Mit diesen Worten beschrieb der Komponist in einem Brief an Clara Schumann die herben Klänge in diesem Stück.

 

Da auch mehrere heiter-leichte Passagen vorkamen, enthielt das schwer zu spielende Werk für jede Gemütslage etwas. Der Künstler setzte mit der "Rhapsody in Blue" von George Gershwin einen markanten Schlusspunkt. Dieses weltberühmte Komposition, die Elemente aus Jazz und konzertanter symphonischer Musik vereinigt, kam besonders gut beim Publikum an.

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de