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Kreiszeitung, Hoya / Weser, 12.03.2019

 

Meisterpianist Menachem Har-Zahav zieht Publikum in der Martinskirche in seinen Bann

Zeitlose Momente intensiver Melancholie

 

Hoya - Von Heide Wirtz-Naujoks. Der Meisterpianist Menachem Har-Zahav präsentierte mit seinem Programm „Hommage an Chopin“ erstklassige Klavierkunst im Kulturzentrum Martinskirche in Hoya. Zahlreiche Freunde und Kenner der spätromantischen Musik fanden sich zu dem Konzert am Samstagnachmittag ein und ließen sich von dem eindrucksvollen Spiel des Musikkünstlers in den Bann ziehen.

 

 

Das Programm bot einen abwechslungsreichen Querschnitt aus den Werken des beliebten romantischen Komponisten Frédéric Chopin (1810-1849).

 

 

Zum Auftakt spielte Har-Zahav Chopins Walzer in e-Moll. Das Stück wurde um 1830 komponiert und erst 1851 posthum veröffentlicht.

 

Es folgte die „Nocturne in cis-Moll“, ein sogenanntes „Nachtstück“. Die verträumten Nocturnes machten Chopin seinerzeit einem breiteren Publikum bekannt. Menachem Har-Zahav interpretierte die Komposition mit der anmutigen Sicherheit, die dem Stück seine musikalische Vollendung verleiht.

 

Zwei Polonaisen und drei Etüden schlossen sich an, in denen es gilt, größte spieltechnische Schwierigkeiten zu meistern. Har-Zahav gelang dies scheinbar mühelos: Mal erklangen die rasanten Läufe beinahe schwerelos, mal metallisch schwer und hart. Selbst für diesen Weltklasse-Pianisten stellen die Kompositionen von Chopin immer wieder eine Herausforderung dar, die er mit seinem musikalischen Können gerne annimmt. Mit seinen Händen vollbringt er dafür artistische Kunststücke. Die Romanze aus Chopins Klavierkonzert Nummer eins nach einer Transkription des russischen Komponisten und Pianisten Milli Balakirev (1836-1910) zeigte sensible Klangkunst ebenso wie makellose manuelle Virtuosität.

 

Die vier Sätze der Klaviersonate Nummer zwei in b-Moll wurden mit großer Leidenschaft und Körpereinsatz gespielt. Der dritte Satz enthält den „Marche funèbre“. Der Trauermarsch erlangte aufgrund seiner vielfachen Verwendung und Orchesterbearbeitungen große Bekanntheit. Har-Zahavs Klavierspiel nahm dabei seine Zuhörer völlig für sich ein – man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können, es entstanden zeitlose Momente intensiver Melancholie.

Menachem Har-Zahav hat seinem Publikum in Hoya ein sehr berührendes Konzert beschert und spielte als Zugabe das Solowerk „Romanze in fis-Moll“ aus dem ersten Klavierkonzert des russischen Komponisten Sergej Rachmaninoff (1873-1943). Die Zuschauer dankten es mit lang anhaltendem Applaus.

 

 

Die Harke, Nienburg, 25.02.2019

 

Akustisches Feuerwerk

Musikalisches Erlebnis mit Har-Zahav

 

Einen bewegenden Klavierabend erlebte man am Freitagabend im Giebelsaal der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule. Erneut gastierte der preisgekrönte Klaviervirtuose Menachem Har-Zahav (Velbert).

 

Das Programm begann mit der „Sonate cis-Moll“ (op.27, Nr.2, „Mondscheinsonate“) von Ludwig van Beethoven. Dem ersten, zart schimmernden Satz verdankt das Werk seinen Namen. Ein preziöses Menuett leitet über zum Schlusssatz, „Presto agitato“. Hier wird die Sonatenform mit zwei Themen schulgerecht durchgeführt. Mit seinem akustischen Feuerwerk bildet es den Hauptsatz des Werkes.

 

Von Johannes Brahms erklangen vier „Klavierstücke“ (op. 119), der Schlussstein des Klavierschaffens des Komponisten. Sie gipfeln in einer fulminanten „Rhapsodie“, in der geradezu symphonische Klangeffekte auftauchen.

Von Sergei Rachmaninoff gab es „Variationen über ein Thema von Corelli“ (op. 42). Das Thema ist das spanischer Volkslied „La Follia“ („Die Wahnsinnige“) aus der Renaissance, das drei Jahrhunderte lang alle Komponisten zu immer wieder neuen Variationen inspirierte. Rachmaninoff führt einen Kosmos von Stimmungslagen vor: besinnlich, bewegt, wuchtig, elegisch, hämmernd, Choral, Wiegenlied, Abschiedslied und Trauermarsch.

 

Nach der Pause erklangen zunächst drei „Étude Tableau“ („Bildétuden“) von Rachmaninoff (C-Dur, g-Moll und h-Moll aus op. 33 und 39). Es gab heitere Cantilenen, dunkle Töne und fröhliche Farbigkeit. In der dritten Étude wird eine Fuge angedeutet.

 

In den folgenden „Drei Stücken 1927“ des Komponisten erklang im „Prélude“ ein düsteres Tongemälde, die abweisende Reaktion Rachmaninoffs auf die Oktoberrevolution. „Orientalische Skizze“ bringt ein fremdartig klingendes Liedmotiv und endet in einem wirbelnden Tanz. „Fragmente“ spielt mit melancholischen und zart duftigen Motiven.

 

Den Abschluss machten „Vier Stücke 1887“ von Rachmaninoff, mit denen er seine Laufbahn eröffnete: spätromantisch wehmütig, fröhlich liedhaft und in einem furiosen Stampftanz gipfelnd. Der erste Satz, „Romance“, ist eine Huldigung an Frédéric Chopin. Als Zugabe dann von Chopin selbst eine „Étude“ mit der für ihn typischen Mischung aus Heiterkeit und Melancholie.

 

Es gibt wohl kein musiktechnisches Problem, das Har-Zahav spielerisch nicht bewältigen könnte. Zart hingetupfte Töne, perlende Klanggirlanden, hingewuchtete Tonmassen: alles sehr klug und sensibel durchdacht und dargeboten.

 

Die Zuhörer, aus unerfindlichen Gründen nur knapp 20 Personen, folgten gebannt. Es war erneut ein musikalisches Erlebnis, dem man viel größeren Zuspruch gewünscht hätte. Am 9. März wird der Meisterpianist im Kulturzentrum Martinskirche in Hoya erneut präsent sein. Gehen Sie unbedingt hin!

 

 

 

Ruhrnachrichten, 05.02.2019

 

 

 

Hersfelder Zeitung, 23.01.2019

 

 

 

Westfälische Nachrichten, 21.01.2019

Vom Mondschein zur Sonate

Lüdinghausen -

Konzertpianist Menachem Har-Zahav, der am Freitag zum 11. Mal mit das Publikum zu begeistern wusste, hatte Werke von Brahms, Rachmaninoff und die Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven im Gepäck.

 

 

Nein, ein Navi-Gerät benötigt er nicht mehr, wenn er in die Steverstadt kommt, spielt er hier doch nicht zum ersten Mal. Die Rede ist von dem Konzertpianisten Menachem Har-Zahav, der am Freitag zum 11. Mal mit ausgewählten Klavierstücken das Publikum zu begeistern wusste.

 

Im Gepäck hatte der Künstler Werke von Brahms, Rachmaninoff und die Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven, alles Stücke, die die Freunde klassischer Musik sicher nicht zum ersten Mal hörten, aber eben zum ersten Mal in der sehr besonderen Spielweise Har-Zahavs. Die Bandbreite seiner Darbietung schien grenzenlos. Zarte, beinahe sich auflösende Töne fing er immer wieder ab und wies ihnen ihren Platz in seinem konzentrierten, sehr bewussten, teils verträumt verhaltenem, teils kraftvoll energischem Spiel zu.

 

Die sich dabei aufbauende Spannung übertrug sich auch auf sein Publikum, das zeitweilig nahezu reglos und fasziniert dem Meister lauschte und am Ende seine Begeisterung durch anhaltenden Applaus zum Ausdruck brachte.

 

Schenkt man der Entstehungsgeschichte der Mondscheinsonate Glauben, war der Mond über dem Vierwaldstätter See der Impulsgeber für dieses so beliebte Musikstück. Von dieser Atmosphäre bekamen die Besucher des Konzertes auf dem Heimweg einen kleinen Eindruck, da nämlich spiegelte sich der Mond vom sternenklaren Himmel in der Gräfte rund um die Burg Lüdinghausen. Ein würdiger Rahmen für einen besonderen Abend.

 

 

Menachem Har-Zahav | weston@weston-musikmanagement.de